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Der Moselgeist zwischen Grevenmacher und Wasserbillig

Fischer, welche nachts fischten, vernahmen an dem Orte „ob em Meilesteen“, eine Viertelstunde oberhalb Mertert, in der Mosel ein solches Geplätscher, als ob ein paar tausend Karpfen dort mit ihren Schwänzen das Wasser peitschten. Das war, heißt es, der Moselstadtgeist, auch kurz Moselgeist genannt. Das Geplätscher trieb stromabwärts bis Mertert und noch weiter, bei Wasserbillig soll es plötzlich verstummt sein „in der Moselstadt“. Denn früher soll dort eine große Stadt, Moselstadt genannt, gestanden haben.

Andere Fischer sollen an derselben Stelle „ob em Meilesteen“ nachts einen unbekannten Schiffer gesehen haben, der in seinem Nachen quer die Mosel hinausfuhr und dann urplötzlich im Wasser verschwand.

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883