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Melusina (Soldatensage)

Einst trat um Mitternacht Melusina zu der Schildwache unterhalb der Schlosstorbrücke. Sie begehrte von ihm, er solle sie erlösen, indem er in der folgenden Mitternacht ihr, die als Schlange erscheinen werde, einen Schlüssel, den sie im Munde halte, mit seinem Munde abnehme und auf den Altar der Dominikanerkirche niederlege. Dann gehöre sie ihm als Braut nebst ihren Schätzen.

Bei dieser Erscheinung überlief es den Soldaten eiskalt, Grausen erfasste seine Seele. Am folgenden Tage ertönte die Totenglocke vom alten Münster herab und man grub dem jungen Krieger ein Grab auf dem Soldaten-Friedhof.

Th. von Cederstolpe, Sagen von Luxemburg,
poetisch bearbeitet, S. 5

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883