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Der Klackebur zu Reckingen

Fünfzehn Minuten von Reckingen liegt eine Anhöhe, „Ênälter“ genannt, wo man häufig Münzen, bemaltes Glas, Totenknochen und dgl. ausgräbt. Hier stand früher ein großes Dorf, das an der Pest ausgestorben und von welchem keine Spur mehr zu sehen ist. Die Überlieferung erzählt noch, dass daselbst eine gar schöne Kirche gestanden habe; auch wurde dort ein Jahrmarkt abgehalten, der später nach Mersch verlegt wurde. Den Berg hinauf standen steinerne Stationsbilder, von denen noch einzelne Bruchstücke in der Umgebung als Grenzsteine dienen.

Nahe dabei ist ein Brunnen, in welchem man während der französischen Revolution die Glocken von Reckingen versteckte, aber nachher nie wiederfand. Die einen behaupten, die Glocken seien aus dem Brunnen entwendet worden, während andere der Meinung sind, dieselben seien allzutief in den morastigen Boden hineingesunken. Der Brunnen trägt noch heute den Namen „Klackebur“.

Lehrer J. Conrad zu Hohlfels

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883