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Das Deier-Birchen zu Redingen

„Auch wir haben ein ‚Deier-Birchen’ (Teuer-Brunnen, Hungerquelle) hier zu Redingen. Es befindet sich in einem Stück des Herrn Hemmer, am Abhänge eines Berges, und kam während zweiundzwanzig Jahren nur dreimal zum Vorschein. Ich dachte bei mir: es besteht dort eine Kluft, und wenn der Boden während des Winters ganz durchwässert ist, so nimmt das Wasser dort an der Kluft seinen Ausfall. Dem ist aber nicht so. Denn wenn es floß, gingen meist trockene und kalte Winter vorher; das Malter Weizen aber bezahlte man dann mit siebzig bis achtzig Franken. So floss dasselbe auch im Mai 1870, als der Krieg ausbrach. In diesem nassen Jahre (1882) ist das Birchen noch nicht gelaufen.“

Liez, Apotheker

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883