Der Geist auf Tarantsberg

Über die Etsch und durch Wiesen und Auen gelangt man nach Dornsberg, einer Burg, die ursprünglich nach den Herren von Tarant den Namen Tarantsberg getragen hat. In dieser schönen geschlossenen Burganlage ging es - es ist noch gar nicht so lange her - in hellen Vollmondnächten gar unheimlich zu. Ein alter aber noch rüstiger Ritter kam öfters zu Mitternacht auf prächtigem Rappen mit großem Jagdgefolge in den düsteren Schloßhof geritten. Von dort ging's in den stattlichen Saal hinauf, wo bis zum Morgengrauen gezecht und getanzt wurde. Manchmal erschien der Ritter allein, geisterte und polterte in den Schloßräumen herum bis zum Aveläuten. Jedesmal, wenn sich der Geharnischte zeigte, traf ein Unglück oder ein Todesfall ein.

Quelle: Winkler Robert, Volkssagen aus dem Vinschgau. Bozen 1968. S. 335.