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DAS MAHL Das Geigerjosele aus St. Gertraud in Ulten wurde einmal auf einem Gange übers Joch von der Nacht überfallen und mußte in einer leeren Almhütte übernachten. Er war eben im Begriffe einzuschlafen, als es plötzlich laut daherfuhr und Männer und Weiber in die Hütte kamen und eine Kuh mit sich trieben. Da wurde nun Feuer gemacht und unter allerlei Sprüchen schlitzten sie der lebendigen Kuh die Haut auf und schnitten dann Stücke Fleisch heraus, die gesotten und gebraten wurden. Auch das hungrige Josele wurde zum Schmause geladen, das sich den duftenden Braten herrlich schmecken ließ. Als alle satt waren, nähten sie der Kuh die Haut wieder zu und fuhren dann lärmend fort, wie sie gekommen waren.
Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891, Nr. 22, S. 14 |