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Die Goldstücke der Tasseiner

Zwei Männer gingen eines Abends den Weg entlang, der von den Tasseinern zum Toller führt. Als sie zur "Roat Loa" (Rote Lawine) kamen, rief einer aus: "Teufel, welch ein Gestank!" Der andere schwieg. Etwas später noch einmal: "Teufel, welch ein Gestank!". Der andere schwieg. Und so ging es bis zum Widum von St. Magdalena.

Endlich sagte der Schweigsame: "Warum hast du mich nicht gefragt, was einen solchen Gestank verbreitete? Ich hätte dir den Platz gezeigt, wo drei mit Goldstücken gefüllte Gefäße verborgen sind."

Es war zu spät. Der genaue Tag und die genaue Stunde, die im Buch der Geheimnisse aufgeschrieben sind, waren vorbei. Der Mann konnte, ohne eine genaue Frage seines Begleiters, den Zauberbann, der den verborgenen Schatz schütze, nicht brechen. Wer weiß, durch wen und wann dies geschieht.

Quelle: Das Tal der Mòcheni, Aldo Gorfer, Calliano 1973, S. 48