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Das Sperkmandl vom Fratlwald

Die Wälder und Weiden von Palai und Floruz waren von einem seltsamen Männlein bewohnt. Er trug ein braunes Gewand und hatte einen großen grünen Hut. Es ist das Sperkmandl von Palai und der Sperkbisn von Floruz.

Dies bedeutet ein kleiner Mann und Taschenspieler: es ist das Bergwerksmännlein.

Die alte Maria von Palai befand sich im Sommer auf der Alm von Cenon di Sopra, zusammen mit ihrem Vater. Als sie mit ihrem Korb, der mit Streu gefüllt war, durch den Fratlwald hinabstieg, begegnete sie dem Sperkmandl, das seines Weges ging.

Die alte Maria von Palai blieb zögernd stehen. Das Männlein sprach sie an: "Großmütterchen, wollt ihr sehen, was euer Vater auf der Alm oben tut?"

Die alte Maria von Palai antwortete: "Freilich. Ich bin neugierig, zu sehen, ob der Käse schon bereitet ist."

Kaum hatte sie ausgeredet, als sie ihren Vater erblickte, der die Käslaibe aus der Käser holte und sie in den Lagerraum brachte.

Kaum hatte sie das gesehen, war das Sperkmandl verschwunden.

Quelle: Das Tal der Mòcheni, Aldo Gorfer, Calliano 1973, S. 47f