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Die Grausteina und der Bilmon

Die Grausteina war eine wilde Riesin ("Ritz") und der Bilmon war ihr Mann. Beide wohnten in der Nähe der "Canopi" und schweiften durch das Tal, um Kinder zu rauben oder den Leuten üble Streiche zu spielen.
Eines schönen Tages - wer weiß, warum - setzte sich die Grausteina in den Kopf, mit dem "Reiter" (großes Sieb zum Säubern von Roggen und Gerste) und mit der "Aisenköln" (Eisenkelle) das Wasser des Fersenbaches auszuschöpfen.

Sie stieg zum Bach hinab und begann mit dem "Reiter" in der rechten und mit der "Aisenköln" in der linken Hand Wasser zu schöpfen. Natürlich floß das Wasser durch die Löcher des "Reiters" durch und rann in den Fersenbach zurück.

Da wurde die Grausteina furchtbar zornig: sie schleuderte den "Reiter" hinauf in die Wälder von Costalta und die "Aisenköln" in die Wälder von Valsugana. Dann schloß sie sich mit dem Bilmon in der Hütte ein.

Quelle: Das Tal der Mòcheni, Aldo Gorfer, Calliano 1973, S. 44