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Otto der Schütze Unterdessen trug es sich zu, daß der junge Heinrich, sein Bruder, frühzeitig starb und der Braunschweiger Herzog, dem des Landgrafen Tochter vermählt worden war, begierig auf den Tod des alten Herrn wartete, weil Otto, der andere Erbe, in die Welt gezogen war, niemand von ihm wußte und allgemein für tot gehalten wurde. Darüber stand das Land Hessen in großer Traurigkeit, denn alle hatten an dem Braunschweiger ein Mißfallen, und zumeist der alte Landgraf, der lebte in großem Kummer. Mittlerweile war Otto der Schütz guter Dinge zu Kleve und hatte ein Liebesverständnis mit Elisabeth, des Herzogs Tochter, aber nichts von seiner hohen Abkunft laut lassen werden. Dies bestund etliche Jahre, bis daß ein hessischer Edelmann, Heinrich
von Homburg genannt, weil er eine Wallfahrt nach Aachen gelobt hatte,
unterwegs durch Kleve kam und den Herzog, den er von alten Zeiten her
kannte, besuchte. Als er bei Hof einritt, sah er Otten, kannte ihn augenblicklich
und neigte sich, wie vor seinem Herrn gebührte. Der Herzog stand
gerade vor seinem Fenster und verwunderte sich über die Ehrerbietung,
die vom Ritter seinem Schützen bewiesen wurde, berief den Gast und
erfuhr von ihm die ganze Wahrheit und wie jetzt alles Erbe auf Otten stünde.
Da bewilligte ihm der Herzog mit Freuden seine Tochter, und bald zog Otto
mit seiner Braut nach Marburg in Hessen ein. (Otto, geboren 1322, gestorben
1366.)
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