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Das Hemdabwerfen Zu Coburg saßen am Weihnachtsabend mehrere Mädchen zusammen, waren neugierig und wollten ihre künftigen Liebhaber erkundigen. Nun hatten sie tags vorher neunerlei Holz geschnitten, und als die Mitternacht kam, machten sie ein Feuer im Gemach, und die erste zog ihre Kleider ab, warf ihr Hemd vor die Stubentüre hinaus und sprach bei dem Feuer sitzend:
Hernach wurde ihr das Hemd wieder hereingeworfen,
und sie merkte auf das Gesicht dessen, der es tat; dies kam mit dem überein,
der sie nachdem freite. Die andern Mädchen kleideten sich auch aus,
allein sie fehlten darin, daß sie ihre Hemden zusammen in einen
Klump gewickelt hinauswerfen. Da konnten sich die Geister nicht finden,
sondern huben an zu lärmen und zu poltern, dermaßen, daß
den Mädchen grausete. Flugs gossen sie ihr Feuer aus und krochen
zu Bette bis frühe, da lagen ihre Hemden vor den Türen in viel
tausend kleine Fetzen zerrissen. Kommentar:
Prätor.: Weihnachtsfratzen, Nr. 62. |