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Der Brutpfennig Eine Bäuerin zu Pantschdorf bei Wittenberg, die einen solchen Brutpfennig
hatte, wurde auf diese Art als Hexe kundgemacht: Sie mußte einmal
notwendig ausgehen und hieß die Magd, die Milch von der gemelkten
Kuh (eh sie die andern melkte) alsbald sieden, auf Weißbrot in einer
dastehenden Schüssel gießen und in eine gewisse Kiste setzen,
welche sie ihr zeigte. Die Dienstmagd vergaß das entweder oder dachte,
es wäre gleichviel, ob sie die Milch vor oder nach dem Melken der
anderen Kühe aufkochte, und tat also erst ihre ganze Arbeit. Nachher
nahm sie die siedende Milch vom Feuer, und in der einen Hand den Topf
haltend, mit der andern im Begriff, die bezeichnete Kiste zu öffnen,
sah sie in dieser ein pechschwarz Kalb sitzen, das den Mund aufsperrte.
Vor Schrecken goß sie die gesottene Milch in seinen Rachen, und
in selbem Augenblick floh das Kalb davon und steckte das ganze Haus in
Brand. Die Frau wurde eingezogen und bekannte; ihren Brutpfennig haben
die Bauern noch lange Zeit in der gemeinen Kassa aufbewahret. Kommentar: Happel:
Relat. curios., I, 522. |