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4. Himmel und Meer. (Ebendaher.)

In alten Zeiten war der Himmel so nahe der Erde, dass die Rinder an ihm lecken konnten. Eines Tages nun nahm ein Mensch Ochsenmist und warf ihn an den Mond; und der Mist ist seitdem am Monde kleben geblieben, woher die dunkeln Flecken auf seiner Scheibe kommen. Darüber gerieth der Himmel in Zorn und sprach zum Meere: 'Gib mir Höhe, und ich will dir Tiefe geben.' Denn auch das Meer war zu jener Zeit ganz flach, und man konnte nach allen Richtungen hin auf seinem Grunde gehen. Da gab das Meer dem Himmel Höhe, und der Himmel dem Meere Tiefe, und so trennten sie sich von einander.

Quelle: Bernhard Schmidt, Griechische Märchen, Sagen und Volkslieder. Leipzig 1877. S. 133.
(Nachdruck: Hildesheim, New York, 1978)