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DER SCHNELLE REITER TOD Im Schleswiger und Dithmarscher Lande geht eine Sage um von einem bäuerlichen jungen Liebespaare, das hatte sich gar zu lieb, aber Gott fügte es, daß der Bräutigam krank ward und starb. Da wollte sich seine Liebste gar nicht zufrieden geben und weinte und jammerte den ganzen Tag, und wenn es Abend wurde, so ging sie hin auf sein Grab und weinte und jammerte die liebe lange Nacht. Da nun die dritte Nacht kam, seit er begraben war, und sie wieder dasaß und weinte, da kam ein Reiter auf einem Schimmel und fragte sie: Willst du mit mir reiten? Da schlug sie die Augen auf und sahe, daß es ihr Geliebter war, und sprach: Ja, ich will mit dir reiten, wohin du willst - und stieg mutig zu ihm auf sein Pferd, und fort ging es mit dem Wind um die Wette in die weite Welt. Da sie nun eine gute Strecke geritten waren, so sprach der Geliebte:
Weitumgehend ist diese Sage, auch in England wie in Schweden ist sie verbreitet. Die Schauerverse des toten Reiters vernahm der deutsche Dichter Bürger und spann aus ihnen seine düstre Ballade Lenore.
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