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DER GLOCKENRAUB DER WENDEN

Als die heidnischen Wenden die erste christliche Kapelle auf der Anhöhe bei Homstedt wieder zerstört hatten, raubten sie aus dem Kirchlein auch die Glocke und wollten sie auf einem mitz zwei weißen Ochsen bespannten Wagen über die Heide fortschaffen lassen. Da entstand plötzlich ein Unwetter; ein Blitzstrahl traf das Gespann und die Führer des Transportes, und alles versank in die Erde. An der Stätte dieses Wundersmentstand der Glockenteich. In der Johannisnacht um die Mitternachtsstunde haben einsame Wanderer die Glocke aus dem Grunde des Teiches läuten hören und die gespenstischen weißen Stiere am Ufer des Teiches grasen sehen, bis sie mit dem Ablauf der Geisterstunde wieder in der Tiefe verschwanden. Die Tiere anrufen, möge sich jeder hüten, er würde unrettbar der Macht des Bösen verfallen sein.

Quelle: Will-Erich Peukert: Niedersächsische Sagen V. Göttingen 1968, S.222.
Die Sagen der Lüneburger Heide wurden von
Etta Bengen gesammelt und für SAGEN.at zur Verfügung gestellt.
© der Zusammenstellung: Etta Bengen