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155. Die Burg Ralow. Auf der Insel Rügen liegt ein Gut, Namens In-Wiek. Nicht weit davon
hat vorzeiten die Burg Ralow gelegen. Die Spuren des alten Burgwalles
und des Grabens um denselben findet man noch heut zu Tage. Der Graben
ist über zwanzig Ellen breit und hat noch jetzt eine Tiefe, wie die
höchste Tanne im Lande, so wie der Wall eine Breite von fünf
und zwanzig Ellen hat. Diese Burg ist schon zu heidnischen Zeiten eine
starke Festung gewesen, und es hat ein berüchtigter Seeräuber,
Namens Rolwiek, sein Raubnest darinnen gehabt, von dem sie auch den Namen
erhalten hat. Der hat dort viele Jahre sein Unwesen getrieben, bis es
endlich dem Fürsten Jaromar I., der überall im Lande
die Räuber verfolgte und ausrottete, glückte, auch ihn zu fangen
und seine Burg zu zerstören. v. Schwarz, Pommersche Städtegeschichte,
S. 695. 696. Die Volkssagen von Pommern und Rügen, J. D. H. Temme, Berlin 1840, Nr. 155 |