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4. Die Königin Wißna. Wie also die Dänen die Herrschaft über die Wenden gehabt, haben
sie hernachmals übermüthig regieret, und hat das die Wenden
in die Länge verdrossen. Darum thaten sie sich zusammen und empörten
sich gegen die Dänen und erwählten eine männliche Jungfrau
zu ihrer Königin, Wißna, aus dem Geschlechte des erschlagenen
Königs Strumik. Der ordneten sie zween Kriegsfürsten zu, Duck
und Dall genannt. Und es entstand solche Erbitterung und Ergrimmung gegen
die Dänen, daß auch die Königin selbst und viele Frauen
und Jungfrauen sich zum Reiten und zum Kriege gewöhnten, und mit
in das Feld zogen, auch so fertig und geschickt zum Kriege wurden, daß
sie den Männern in nichts nachgaben. - Als nun die Dänen die
Empörung der Wenden hörten, rüsteten sie sich auch, und
zogen mit großer Gewalt herüber, um die Wenden wieder zum Gehorsam
zu bringen. Aber die Königin Wißna schlug sie, und setzte ihnen
nach bis in Dänemark, schlug sie daselbst auch etlichemal, und that
ihnen großen Schaden; und nahm die Inseln Möne und Schonen
ein. Da haben sich aber endlich beiderseits der Adel, von den Dänen
wie von den Wenden, ins Mittel geschlagen, und Frieden gemacht, also daß
Wißna Schonen wieder abtrat, Möne aber für den Schaden
zwanzig Jahre behielt, und die Wenden frei sein und bleiben sollten, so
auch die Dänen. Th. Kantzow, Pomerania, I. S. 17. 16. Die Volkssagen von Pommern und Rügen, J. D. H. Temme, Berlin 1840, Nr. 4 |