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58. Der Mond. I. Im Monde sitzt ein Mann, welcher mit
der Mistgabel Dung streut, und eine Frau mit ihrem Spinnrad.
II. Ein Bauer geht am Sonntag Morgen Holz holen. Da trifft ihn ein Mann mit einem Gesangbuch, der zur Kirche will, und fragt ihn, ob er denn nicht auch hingehen wolle. Antwortet er: "Nein, ich muß Holz holen!" -"Warum mußt du es denn heute holen", fragt der Kirchgänger. - "Weil ich am Arbeitstage keine Zeit dazu habe", erwidert der grobe Bauer. Der Kirchgänger war aber der liebe Gott, welcher jetzt, voll Zorn über die Hartherzigkeit des Mannes, sprach: "Nun, wenn du am Arbeitstage keine Zeit hast, so sollst du von deinem Tode an zur Strafe, so lange die Gestirne auf die Erde herabscheinen, mit deiner Tracht Holz im Monde stehen, zum warnenden Beispiel für jedermann." Mündlich aus den Kreisen Demmin
und Grimmen, Volkssagen aus Pommern und Rügen, Ulrich Jahn, Berlin 1889, Nr. 58 |