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Die Rüstung des Fürsten Primislav. Zur Zeit als Graf
Adolf II. in schweren Kriegsnöthen wegen seiner dem Sachsen-Herzoge
Heinrich bewiesenen Lehnstreue von den Brandenburgischen Markgrafen Albrecht
dem Bären seiner Holsteinischen Lande beraubt war, herrschte des
Letzteren Vasall, Graf Heinrich von Badewide, in Hamburg und Holstein.
Damals glaubten die Wenden und Slaven, es sei wieder gut fischen im Trüben.
Sie kamen in großen Haufen und fielen ins Segebergische und hausten
wie ihre Vorfahren. Und alsbald zog der Graf von Badewide ihnen entgegen
und in seinem Zuge zählten die wohlgerüsteten Hamburger zu seinen
besten Kriegsleuten. Als sie nun vor Plön kamen, die Haupt-Veste
der Wenden, da ließ der Graf zum Sturm blasen, und die Hamburger
stürmten unter den Vordersten, und ließen sich den Wendischen
Hagel von Steingeschossen, Bolzen und Pfeilen nicht verdrießen,
denn sie erstiegen die Veste und kämpften, das Schwert in der Faust,
Mann gegen Mann, bis alle ihre Kampfgenossen nachkamen und den glorreichsten
Sieg erfechten halfen. Und eine Schaar kühner Hamburger erkannte
unter den Feinden den Anführer derselben, den berühmten Fürsten
Primislav, auf den drangen sie ein, und fingen ihn, und erbeuteten seine
ganze Rüstung. Und als Graf Heinrich die Wenden überall besiegt
und aus dem Lande gejagt, da entließ er die Hamburger ihres Kriegsdienstes.
Und sie zogen mit ehrlicher Beute reich beladen heim in ihre Stadt, und
die eben so seltsame als prächtige Wendische Rüstung des Fürsten
Primislav hingen sie im Dome auf (hernach soll sie im Zeughause aufbewahrt
gewesen sein); da hat sie lange Zeit als ruhmwürdiges Siegeszeichen
der Hamburgischen Tapferkeit geprangt. |