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VILSSATTLING

Als Ludwig der Bayer nach hartnäckigem Kampfe Friedrich den Schönen von Österreich besiegt hatte, brach er noch in derselben Nacht auf und zog gegen Regensburg, wo er dann andern Tages mit seinen Gefangenen einen feierlichen Einzug hielt. Bei Gerzen führte ihn der Weg durch ein Wäldchen. In demselben stürzte sein Pferd, so daß seine Begleiter ihm zu Hilfe eilen mußten. Einer derselben meinte, hier wäre wohl der geeignetste Platz, an dem man aus Dankbarkeit für den gewonnenen Sieg und zugleich des so glücklich verlaufenen Sturzes zu Ehren Mariens ein Kirchlein erbauen könnte. Ludwig war einverstanden und opferte sofort sein Leibpferd samt dem kostbaren Sattel und Zaumzeug zur neuen Kapelle, die deshalb den Namen Sattling erhielt. Mit der Zeit siedelten sich in der Gegend Leute an und es entstand nahe an der Vils das Dorf Vilssattling.

Michael Waltinger, Niederbayerische Sagen