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VEIT HÖFER, ABT IN OBERALTEICH Alteich war in Schwedenhänden Und der Gräu'l an heil'ger Stätt'; Aus den ehmals stillen Wänden Schollen Flüche statt Gebet. Ferngezogen waren alle, Die einst frommer Sinn vereint; Nur der Abt blieb auch im Falle Seines Stifters treu'ster Freund. In des nahen Waldes Gauen Harrte er der süßen Stund', Wann er wieder dürfte schauen Den so teuerwerten Grund. Manche Woche war vergangen Und er hatt' ihn nicht gesehn', Da ward stärker das Verlangen Und er wagt es herzugeh'n. Ländlich schlicht, im Bauernkleide, Trieb er Rinder vor sich her Und zu seines Herzens Freude War er bald nicht ferne mehr. Flugs umringten sieben Reiter Ihn und seine Rinderschar Und er mußt' mit ihnen weiter - Ach vielleicht auf immerdar. Weinend kam an seinen Zellen Er vorüber nach der Stadt *), Wo Agnese in den Wellen Schuldlos einst geendet hat. Als er hier im Zug der Sieben Heimlich traut die Bürger grüßt, Kennt ihn einer seiner Lieben Und befreiet ihn durch List. "He, Gevatter!" rief der Kühne, "Zieht ihr denn noch weiter mit? Haltet doch ein bißchen inne, Höret, was zu Haus geschieht! Euer Weiblein hat geboren, Seufzt daheim mit nassem Aug'; Sorgt doch, eh' das Kind verloren, Für der Taufe heil'gen Brauch." Und der Abt verstand die Rede, Bat die Reiter lieb und schön, Daß er zu der kranken Grete Und zur Taufe dürfe geh'n. Und sie hörten sein Begehren, Hielten es für wahr und treu, Ließen ihn zur Heimat kehren Und der Abt war frank und frei. Franz Müller *) Straubing Michael Waltinger, Niederbayerische Sagen
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