'S NACHTGLOAD

Ein Häusler aus der Nähe von Hilgartsberg ging einstmals ehe der Tag zu grauen begann heimwärts. Unterwegs überraschte ihn das Nachtgload. Starr vor Schrecken blieb er am Straßenrande stehen und harrte der Dinge, die da kommen sollen. Hui! riß es ihn vom Erdboden auf und hob ihn hoch in die Luft. Gerade flog er über Gelbersdorf als der Ton der Morgenglocke herüberklang. Plumps fiel er hier nieder. Sein Weib glaubte, er habe mit den Katzen gerauft, so war er an Gesicht und Händen zerkratzt.

Er lebte gar nicht mehr lange.

Ein Mann aus Englburgsried kam auch unters Nachtgload. Er vergaß im Schrecken sich auf den Boden zu werfen und wurde mit in die Luft genommen. Beim Morgengrauen wurde er in einer vier Stunden von seiner Heimat entfernten Ortschaft auf einem Strohhaufen fallen gelassen.

Michael Waltinger, Niederbayerische Sagen