|
SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Deutschland >> Bayern |
|
|
DER SCHATZ IN RUHMANNSFELDEN Als die warme Frühlingssonne die letzten Zeichen toter Winterlichkeit hinweggeleckt hatte und die Sommervögel *) schon ihr Chorlied sangen, da ward's bald lebendig draußen auf den Fluren. Hier lockerte die Pflugschar den Boden, dort reinigte man überdüngte Wiesen. Überall emsiges Schaffen, rührige Tätigkeit.
Wo früher das Schloß derer von Ruhmannsfelden stand, auch da grub das friedliche Eisen Furche auf Furche. Hinter dem Pfluge schritt der Knecht, der durch sein: "hü, hü, Rapperl!" oder "no stad, stad!" den Gaul anzuspornen oder zu besänftigen suchte. Auf einmal verfängt sich der Pflug und Rößlein und Gefährte bleiben stehen. Das Pflugeisen ist in einen mächtigen Eisenring geraten, der an einer umfangreichen Kiste befestigt ist. Wie mag die Kiste hieher gekommen sein? Zweifelsohne birgt sie einen vergrabenen Schatz. Und gierig löst der Knecht den Pflug aus seiner sonderbaren Schlinge. Er macht sich daran, die Kiste zu öffnen. Es gelingt. Michael Waltinger, Niederbayerische Sagen
|