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DER BÖHMISCHE GESCHIRRHÄNDLER Ein Geschirrhändler aus Böhmen kam mit seiner Ware oft in den Böhmerwald. Er ging von Dorf zu Dorf und von den Dörfern weg zu den Einödhöfen. In Teisnach kehrte er stets im dortigen Bräuhause ein. Da gab es dann immer fröhliche Kurzweil und die Bauern der nächsten Umgegend fanden sich gerne am Ofentisch zusammen; denn der Geschirrhändler wußte allemal allerhand Neuigkeiten von drüben und herüben; auch war er ein Freund von Späßen und losen Streichen. Einmal kam er wieder; aber sein Äußeres war völlig verändert. Die dunklen Haare hatten sich grau gefärbt; die gewölbte Stirn zeigte Falte an Falte und das rührige Mundwerk war wie abgestorben. Teilnahmsvoll fragte ihn sein Herbergsvater, was ihm denn fehle. Er aber schüttele nur den Kopf und seufzte schwer. Doch jener ließ nicht nach in ihn zu dringen und so erzählte er ihm, daß er heute Mitternacht sein Leben verwirkt haben werde. Der Teufel werde ihn holen. Er habe nämlich mit demselben einen Vertrag eingegangen, nach dem er jedesmal so oft er in die Tasche greife einen Groschen darinnen finde, dafür solle der Teufel Herr seiner Seele werden. Heute nachts 12 Uhr laufe die gestellte Frist zu Ende. Michael Waltinger, Niederbayerische Sagen
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