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Die Waizengeiß Da hinten bei den Mösern und bei der Wechselalm war es nie ganz
geheuer. Dort ist ein versumpfter See, in dem es noch düstere Wasserlacken,
Dorngestrüpp und einen unheimlichen Urwald gibt. Dieses Hochmoor
wird die Waizen genannt. Im Volksmund heißt "waizen" so
viel wie geistern, umgehen oder spuken. Kein jagdbares Wild, aber auch
keinen Vogel soll es dort gegeben haben. Nur ein seltsames Vogelwesen
hat sich dort herumgetrieben, die Waizengeiß genannt. Sie hatte
einen großen Kopf von einem Geißbock mit langen, krummen Hörnern
und einen Körper wie ein mächtiger Adler. Mit schauerlichem
Gekrächze und Gemecker flog sie daher über die Almwiese und
schrie dazu "möcht i, möcht i!" Es war die Waizengeiß,
im Volksmund "Waizengoaß" gesprochen. Quelle: Tegernseer Sagen aus dem Kulturraum der ehemaligen Benediktinerabtei Tegernsee (746 - 1803), Sepp Mohr, Hausham 1985
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