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Wie der Teufelsgraben entstanden ist
Der alte Mesner von Föching erzählt es

An aram recht finstern Novemberabend bin i amal da, z'Föching, zum Gebetleitn in d'Kircha umiganga. Schö staad und einsam is scho gwen auf der Dorfstraß und neamad mehr war untawegs. Wer mit da Stallarbat firti gwen is, is in d'Stubn einakemma und hat sie gon Tisch zuawi ghockt und aufs Nachtessen gwart.

"Aba da geht do no oana, a Mordstrumm Schaufi tragt a," denk i mir, "im Finstan siecht ma nix G'naus. Der ganzen Statur nach is dös koa Da-iger. Hinka tuat er aara bißl, hab i gmoant. Sei' rechta Hax schaugt si grad o wiara Roßfuaß und aufn Kopf hat a richtige Hörndl wiara Maschkera an Fasinacht! Kohlschwarz schaugt sei zottlata Pelz aus wia von an Goaßbock; und an langa Schwoaf ziagt a hintn nachi, stinka und brandein tuat a glei gengan Wind! Dös ko nur er selba sei', der Ganzderander!"

Hoamli hab i a Kreiz gmacht und hab gsagt "Grüaß Good". Da hats'n aba grissn, den schiachn Teifi. "Was tuast denn du heit auf d'Nachtno arbatn, nach Feierabend?" "I ko mit meina Arbat erseht ofanga," brummte der Schwarze, "wennst du mit deim vafluachtn Glocknscheppern ferti bist. I muaß heit nacht no an groußn Grabn auswerfa. Von Tölz her übern Kirchsee und an Haknsee bis gegen Otterfing und Holzkircha is a scho firti. Heit nacht pack i nacha dös letzte Trumm.

Wennst du morgn in aller Früah um fimfi wieder kimmst zum Tag-anleitn mit deim Glockngebimmel, da muß i's gschafft ham. Da werst Augn macha, Manndei! Da kennst Überhaupts nimma zuawi zu deina Kircha! Derweil is mei Grabn schon da und dö ganze Isar hab i scho' umagloat zur Mangfall, daß auf Oabling umilaafa und bei Rousnhoam in Inn eini rinna muaß. Aba dös sag i da, gredt wird fei vorher no gar nix, sonst hol i di bei da Nacht auf da Stell glei selm!"

Mir is ganz kalt üban Buckl abiglaafa. Schnell hab i no gläut und bin hoam. Dö ganz Nacht hab i koa Äug zuadruckt - guat, daß mei' Wei tiix gmirkt hat - und hab nachdenkt. "Um Godswilln, da müaßat ja. Mensch und Viech dasaufa in dem Hochwassa! Wia konn i denn dö ganze Gmoa retten vor so an groußn Unglück ? Halt, jetzt moan i, fallt ma was Schlauchs ein!" Denk i ma.

Glei werds Drei schlagn. I schleich mi mit meim Trumm Kirchaschlüssl umi, spaars Glockenhaus auf und leit und leit, daß glei da Turm wacklt. Da is da Teifi aba zsammgfahrn mitten bei seina Arbat und hat ganz gotteslästerli gfluacht. "Was, fimfi is heit scho, da hab i mi in da Zeit schwaar vaschatzt! Dös Leim mit dene gweichtn Glockn, dös kon i Überhaupts net aushaltn!" Auf und davo is a und groast, "wia da Teifi."

Da san mir Föchinga no guat wegkömma, daselmt! Grad a Stund oda zwoa hätt a no braucht, da Gott-sei-bei -uns, nacha hätts ins alle abigschwoabt ins Mangfalltal, und alls waar hi gwen!

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In Wirklichkeit gibt es dieses merkwürdige, heute trockene Quertal tatsächlich, das von Tölz herüber zum Mangfallknie verläuft. Es handelt sich um ein Urstromtal, als am Ende einer Eiszeit der Isarlauf gleich unterhalb Tölz mit dem Moränenschutt des Karwendelgebirges verstopft war und die Isar eine Zeitlang zur Mangfall abgeflossen ist. Später hat sie sich ihren alten und jetzigen Lauf wieder freigeschwemmt.

Quelle: Tegernseer Sagen aus dem Kulturraum der ehemaligen Benediktinerabtei Tegernsee (746 - 1803), Sepp Mohr, Hausham 1985