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Die Schweden im Kloster Tegernsee

Mitten im Dreißigjährigen Krieg, im Mai 1632, marschierten die Schweden unter ihrem König Gustav Adolf in München ein und ließen sich als erpreßte Brandschatzung 300000 Reichstaler von der Bürgerschaft zahlen. Vereinzelte Reitertrupps von verrohtem Kriegsvolk durchschwärmten das ganze baierische Oberland, um zu rauben, zu plündern und zu morden.

So kamen sie am 21. Mai auch an den Tegernsee. Die Tafernwirtschaft, heute zum Herzog Maximilian, haben sie niedergebrannt, die alte Kirche in Gmund durch Feuer beschädigt. In das Kloster Tegernsee drangen 36 schwedische Reiter ein, nachdem sie den als Abgesandten entgegengeschickten Metzger erschlagen und einen Knecht verwundet hatten. Der Abt war nach Tirol (Achenkirch oder Zell am Ziller) geflohen. Die Schweden raubten und plünderten eineinhalb Stunden lang, rissen dem Pater Hofmeister seine Kleidung vom Leib, führten ihn wohl als Geisel gefangen mit, ließen ihn dann bald wieder frei.

Nachdem die verhaßten Feinde abgezogen waren-vielleicht fürchteten sie, in eine Falle geraten zu sein oder man hörte vorn Herannahen baierischer Truppen - kamen die Untertanen (!), erstürmten das Kloster, raubten und plünderten, was der Feind übriggelassen hatte.

Von einer Brandstiftung im Kloster bei diesen Überfällen ist nichts bekannt geworden.

Quelle: Tegernseer Sagen aus dem Kulturraum der ehemaligen Benediktinerabtei Tegernsee (746 - 1803), Sepp Mohr, Hausham 1985