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Die Schatzgräber In der Zeit vor 1900, etwa in den achtziger Jahren, gedachten einige Männer von der Aschaffenburger Fischergasse einen Schatz zu heben, der drüben im Felde, nahe beim Denkmal des Ritters Walter von Kerpen tief in der Erde vergraben lag. Die Fischergässer gingen nachts mit Pickel und Schaufel über
die Brücke und schlichen der betreffenden Stelle zu. Dabei durften
sie aber keine Silbe reden und mussten selber "unberufen" bleiben,
wenn ihnen das Vorhaben gelingen sollte. Eifrig und voller Spannung huschten
sie über die Flur. Doch plötzlich - was war denn das? - kam
ihnen die ganze Gegend fremd und verändert vor, so dass sie weder
aus noch ein wussten und stundenlang umherirrten. Wie waren sie froh,
als der Morgen zu dämmern anfing! Jetzt sahen sie auch, wo sie sich
befanden. Sie standen zwischen Nilkheim und dem Schönbusch, mitten
im freien Felde, und nun war ihnen wieder rundum jedes Fleckchen vertraut.
Aber der Schweiß tropfte den Männern von der Stirne; sie waren
so ermattet, dass sie sich kaum nach Hause schleppen konnten. Und sie
hatten fernerhin keine Lust mehr zum Schätze heben; so wird das Gold
noch heute in der Erde liegen. Quelle: Spessart-Sagen,
Valentin Pfeifer, Aschaffenburg 1948, S. 21. |