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Der Klosenjockel von Neudorf In einer Nacht ging der Klosenjockel einmal hinter seinem Zugochsen her, durch die sog. Lamstershöhle der Hohen Warte zu. Dort stand sein Wagen mit Holz bereit, das er nach Obernau fahren wollte. Wie er so dahintrottet, vernimmt er ein Mordsgetöse, und das kommt immer näher und näher. Es erschallen Jagdrufe "Horridoh, Horridoh!" Schüsse krachen, und das wütige Kläffen einer Menge Hunde schrillt durch die Lüfte. Nun aber fängt ein solcher Sturmwind an zu toben, dass der Klosenjockel samt seinen Ochsen aus dem Wege über das Feld hinweg geblasen wird bis an die "Kühruhe". Jetzt erst legt sich der Sturm, Jockei kann seine Glieder wieder gebrauchen und geht weiter nach der Hohen Warte. Eilig spannt er die Ochsen an den Wagen und fährt los. Noch eine ganze Weile vernahm er hinter sich den Jagdlärm. Drunten
in Obernau erzählte er das Erlebnis, und die Leute guckten ihn groß
an und meinten, er müsse geträumt haben. Aber unser Klosenjockel
behauptete: "Nein, das ist wirklich geschehen", und er zeigte
sogar seinen blauen Leinenkittel, den der Sturmwind zerfetzt hatte. Quelle: Spessart-Sagen,
Valentin Pfeifer, Aschaffenburg 1948, S. 52f |