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Die Kartoffeln Ein Bauer vom Tiergartenhof wollte zum Garbenbinden auf sein Feld, das
sich droben am Bergweg breitete, zwischen Stadtprozelten und Neuenbuch.
Kaum war er an den Acker gekommen, fühlte er sich auf einmal an der
Hand geführt, obwohl er rundum niemand sah, und er musste mit weitergehen,
sosehr er sich im Innern dagegen wehrte. Er schritt also über die
Flur mit dem Bindnagel in der einen Hand, und an der anderen spürte
er, dass ihn jemand fortzog, erblickte aber von einem menschlichen Wesen
keine Spur. Er lief über die Äcker einer Hecke zu, und dort
wich plötzlich der Druck vom Arme, und der Bauer sah vor sich einen
großen irdenen Topf, der über und über mit Kartoffeln
gefüllt war. "Von der Sorte habe ich zuhause genug!" dachte
der Mann, "und nun versäume ich ihretwegen die Zeit." Er
geriet in Zorn, schwang den Bindnagel und schlug damit auf den Topf, dass
der in Scherben zersprang. Doch da klirrte und klang es, als ob lauter
Goldklümpchen umher fielen, und die Kartoffeln waren samt und sonders
verschwunden, nur die irdenen Scherben waren übrig geblieben. Die
stieß der Bauer ärgerlich beiseite und eilte alsdann zurück
aufs Getreidefeld. Quelle: Spessart-Sagen,
Valentin Pfeifer, Aschaffenburg 1948, S. 168f |