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Der Hellfeiertag in Damm

Einst war in Damm eine schreckliche Seuche ausgebrochen, der mehr als die Hälfte der Einwohner zum Opfer fiel. In dieser Not gelobten die Dammer einen besonderen Tag der Enthaltsamkeit an Speise und Trank, wenn die Seuche erlösche, und versprachen auch, weder nach Pflug noch nach einem Wagen zu greifen und den versprochenen Tag wie einen Sonntag zu halten.

Und wirklich, der "Schwarze Tod" entwich. Einige Bewohner wollten gesehen haben, wie die Pest in Gestalt eines blauen Flämmchens gegen die "Strüth" hinzog.

Der Dammer Volksmund hieß den versprochenen Tag - das war der letzte Freitag im September - den Heil- oder Hellfeiertag.

Noch vor einem halben Jahrhundert erschien es den eingewurzelten Dammern als Frevel, wenn jemand am letzten Freitag im September irgendwelche Feldarbeit tat. Es herrschte Sonntagsruhe. Die Leute hielten bis zum Mittag strenges Fasten und genossen am ganzen Tag nur kalte Speisen; denn es durfte auf dem Herd kein Feuer entfacht werden.

Quelle: Spessart-Sagen, Valentin Pfeifer, Aschaffenburg 1948, S. 22.