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Der Wolfsbrunnen.

Eine halbe Stunde von Heidelberg, in der Vertiefung eines wüsten Berges, sprudeln einige frische Quellen und sammeln sich in vier Teichen, deren jeder etwas tiefer als der andere liegt. Diese Quellen heißen: der Wolfsbrunen, welchen Namen eine alte dichterische Sage erklärt.

Auf dem Jettenbühl, dem Berge, worauf gegenwärtig die Ruinen des Heidelberger Schlosses liegen, wohnte in uralten Zeiten eine Wahrsagerin. Man nannte sie, wie an so vielen andern Orten ihres Gleichen, Jetta, Jutta oder Velleda. Diese kam eines Tages in die Schatten dieser Sprudel, wo eben eine Wölfin mit ihren Jungen lag. Das Thier glaubte vielleicht Gefahr für seine Jungen, fiel daher die Prophetin an und zerriß sie.

Seit der Zeit nannte man das Wasser den Wolfsbrunnen.

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Heidelberg und seine Umgebungen, beschrieben von A. Schreiber. 1811. 8. S. 198. - Eine poetische Bearbeitung dieses Mährchens ist kürzlich von Amalie v. Helwig, geb. v. Imhof, unter dem Titel: »Die Sage vom Wolfsbrunnen, Heidelberg 1814. 8.« erschienen.

Quelle: Friedrich Gottschalck, Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen, Halle 1814