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Die Glocke im Opferteiche. Dicht an Moringen, einem Städtchen bei Göttingen, liegt das
Oberdorf Moringen. Da findet man in einem Garten einen Teich, der Opferteich
genannt. In frühen Zeiten wurde in seiner Nähe, auf dem Mallo
oder Gerichtsplatze, unter großen Eichen Gericht gehalten, und die
Tradition sagt, daß er von den Opfern, die nach geschlossenem Gericht
gebracht wären, wobei man sich seines Wassers bediente, den Namen
erhalten habe. Neben ihm stand sonst ein Tempelherrenkloster, wovon noch
Ueberbleibsel da sind, und etwas weiterhin steht eine Kirche, die schon
unter Ludwig dem Frommen erbaut seyn soll, zum Kloster gehörte, und
jetzt die Filialkirche des Orts ist. Der Teich ist sehr tief, hat gar
keinen sichtbaren Zufluß, aber so reichliche unterirdische Quellen,
daß sein sehr klares und eben so kaltes Wasser gleich beim Ausflusse
zwei Mühlen treibt. * * * Aus handschriftlichen Mittheilungen aus der
Gegend von Moringen. Quelle: Friedrich Gottschalck, Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen, Halle 1814 |