SAGEN.at >> Märchen >> Märchenbeiträge

   
 

Als der Herrgott die Welt erschuf...

Zuerst war da nur der liebe Gott, und um ihn herum, da war- nichts.
Rein gar nichts.

Und so fühlte sich der liebe Gott sehr einsam.
Und er dachte: " Was kann ich wohl dagegen tun? "
Er überlegte hin und her, und in seinem Geist entstand ein Plan.

Zuerst schuf er den Raum. Aber dieser Raum war unendlich gross und so unendlich leer und so unendlich dunkel. Daraufhin schuf er die Sterne, die Sonne, die Planeten und den Mond, und schon war es heller geworden im Raum.

Bei seiner Schöpfung bemerkte der liebe Gott, dass es unmöglich sei, alles auf einmal zu machen, und so schuf er auch die Zeit.
Das Gestern, das Heute, das Morgen und die Ewigkeit.

Und als er all dies betrachtete, fand er es zwar gelungen und sehr schön, aber er war immer noch sehr einsam.

So beschloß der liebe Gott, noch etwas hinzuzufügen, bevor er sich Ruhe gönnen wollte.

Als nächstes schuf er die Menschen und die Tiere,
und dann schuf er auch noch die Bäume, Pflanzen und Sträucher, weil er einsah, dass die Menschen und Tiere auch was zum Essen brauchten, um leben zu können.
Und natürlich brauchten sie auch etwas zum Trinken, und so schuf der liebe Gott auch das Wasser.

Und dann schuf er noch die Liebe und die Güte, das Verzeihen und Vergessen, das Zusammenhalten, das Füreinander-da-sein, die Treue, die Freiheit, die Zufriedenheit.....
Und noch vieles mehr!

Nun gefiel dem lieben Gott seine Schöpfung und er dachte, es wäre genug. Und er zog sich zurück, um sich etwas auszuruh`n....

Aber...
....bei seiner wunderbaren Schöpfung muß irgend etwas nicht ganz so hundertprozentig geklappt haben, denn nun plötzlich dachte der Mensch, ER sei die Krone der Schöpfung, und er müsste nun alles neu erfinden....

Dabei übersah der Mensch, dass der Herrgott schon so vieles so perfekt geschaffen hatte, dass es keinerlei Verbesserungen bedurfte.

Natürlich hat der Mensch auch viel Gutes getan und viele tolle Sachen erfunden, aber er hat auch unendlich viel Mist gebaut. Hat Kriege und Gewalt erfunden, Neid, Geiz und Hass, um nur einige zu nennen.

Aber...., Gott sei Dank, hat der Herrgott auch die Zeit erschaffen, und mit der Zeit wird der Mensch wohl lernen, dass es nur einen Schöpfer gibt, und ganz egal, welcher Religion man angehört:

Es gibt einen Gott,
nur....der Mensch ist es n i c h t!

 

Quelle: Günter Rieder, Schwaz, Dezember 2003, E-Mailzusendung vom 12. September 2005