|
SAGEN.at >> Märchen >> Märchen aus Italien >> Trentino |
|
|
Witzige Antworten (Risposte ingegnose) Ein armer Mann war einem reichen Herrn eine Summe Geldes schuldig und wurde von demselben oft an das Zahlen gemahnt. Eines Tages ging der Herr wieder in das Haus seines Schuldners, fand aber nur dessen Sohn, einen Knaben, welcher neben dem Feuer auf dem Herde sass. "Was thust du da?" fragte ihn der Herr. "Ich schaue, wie sie kommen und gehen", erwiederte der Knabe. "Kommen denn so viele Leute zu dir?" fragte der Herr. "Kein Mensch!" antwortete der Knabe. "Hm, wo ist denn dein Vater?" sagte der Herr. "Er ist gegangen, um ein Loch mit einem Loche zu stopfen." "Hm, was thut denn deine Mutter?" "Sie backt schon gegessenes Brot." "Hm, hm, und was macht deine Schwvester?" "Sie beweint die Freuden des vergangenen Jahres." "Du sprichst, wie ein Narr oder wie ein Weiser", sagte der Herr, "möchtest du's mir nicht erklären?" "Ei wohl, aber Ihr müsst meinem Vater die Schuld schenken", erwiederte der Knabe. "Das will ich thun, wenn mich deine Antwort befriedigt", versezte der Herr. Quelle: Märchen und Sagen aus Wälschtirol,
Ein Beitrag zur deutschen Sagenkunde, gesammelt von Christian Schneller,
Innsbruck 1867, Nr. 46, Seite 129
|