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Die zwei Diener Eine Frau hatte zwei Diener; davon war der Eine fett und sah im Gesichte aus, wie das liebe Morgenroth, der andere aber war blass und mager wie der Tod. Da meinten die. Leute, es komme daher, weil der Fette faul und träge sei und alle Arbeit dem Magern zuwälze und weil die Leute immer auch sagen, was sie meinen, so kam es dem Fetten zu Ohren und verdross ihn sehr. "Höre, Kamerad," sprach er eines Tages zum Magern, "du weisst, was die Leute sagen und wie sie mir Unrecht thun. Wir arbeiten beide gleich viel und haben eigentlich nicht viel Arbeit und gutes Essen dazu; woher kommt es denn nun, dass du so entsetzlich mager bist?" Der Magere wollte lange mit der Sprache nicht heraus, endlich aber redete er doch und sagte: "Das ist eine seltsame Geschichte. So oft ich abends im Bette liege und schlafen will, kommt eine Hexe, drückt mich und wirft mir einen Zügel an. Darauf bin ich in ein Ross verwandelt und sie reitet auf mir fort auf eine schöne grüne Wiese; da sind viele Hexen und Hexenmeister, die tanzen, essen und trinken, mich aber jagen sie mit unbarmherzigen Peitschenhieben auf der Wiese hin und her. Sobald es gegen Morgen geht, reitet sie auf mir heim, nimmt mir den Zügel ab und ich liege matt und zerschlagen als gewöhnlicher Mensch wieder im Bette." Quelle: Märchen und Sagen aus Wälschtirol,
Ein Beitrag zur deutschen Sagenkunde, gesammelt von Christian Schneller,
Innsbruck 1867, Nr. 12.3, Seite 22
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