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Indische Märchen Dem
Andenken Vorwort Der vorliegende Band enthält nach Form und Inhalt charakteristische Erzählungen der nichtbuddhistischen Inder. Er wendet sich an einen literarisch gebildeten Leserkreis und ist nicht etwa eine Jugendschrift. Die gewählten Texte zeigen die Inder, wie sie wirklich sind, mit ihren Vorzügen und Fehlern, und enthalten ein reiches kulturhistorisches Material. Die Übersetzung ist möglichst sinngetreu, sucht aber dabei nicht etwa die starken stilistischen Unterschiede zu verwischen, die zwischen den einzelnen Stücken bestehen. Dies bitte ich namentlich für die volkstümlichen Übersetzungen aus der Gudscharati-Sprache zu beachten. Sämtliche Stücke der vorliegenden Sammlung sind vom Unterzeichneten selbst aus den betreffenden Urtexten übersetzt worden. Der der Sammlung zu Grunde liegende Plan ist aus dem Inhaltsverzeichnis zu ersehen, das auch die Stellennachweise für die einzelnen Erzählungen enthält. Indische Namen und andere Wörter sind nicht in der Umschrift gegeben, welche in indologischen Werken üblich ist, sondern im deutschen Alphabet. Nur ein Laut ließ sich durch keinen Näherungswert unseres Alphabetes ausdrücken, wir setzen für diesen das Zeichen m ein, welches aber keinen Labial, sondern nur Nasalierung des vorhergehenden Vokals bedeutet; "am" ist also wie das französische Substantivum an zu sprechen. Die Betonung indischer Namen entspricht den lateinischen Betonungsgesetzen. Die unserem Lande beigegebenen Abbildungen stellen indische Götter, namentlich Awataras des Gottes Wischnu dar. Sie sind der großen illustrierten Mahabharata -Handschrift der königlichen Hof- und Staatsbibliothek München entlehnt. Auch an dieser Stelle sei der Direktion dieser Bibliothek für die Erlaubnis zur Benutzung der Handschrift und zur Veröffentlichung der Bilder herzlichst gedankt. Döbeln, den 1. Juli 1918 Johannes Hertel Quelle: Johannes Hertel, Indische Märchen, Jena
1919, S. 3 |