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DER FUND AM STRAßENRAND

Eine junge Frau arbeitet in Wien, wohnt aber etwas außerhalb in einer kleinen Ortschaft. Sie fährt jeden Tag mit dem Pkw zur Arbeit und abends wieder zurück. Einmal ist sie gegen 17 Uhr auf dem Weg nach Hause. Es ist Winter und schon leicht dämmrig. Da entdeckt die Frau am Straßenrand einen Mikrowellenherd. Zunächst fährt sie vorbei. Dann aber überlegt sie es sich anders, dreht um und kehrt an die Stelle zurück, wo sie das Gerät erblickt hatte. Sie steigt aus, untersucht das rechteckige Teil etwas genauer und beschließt, es mitzunehmen. Selbst wenn etwas kaputt sein sollte, denkt die Frau, so lohnt sich vielleicht die Reparatur. Zu Hause angekommen, ruft sie ihren Freund an, er solle mal vorbeikommen und ihren Fund begutachten. Plötzlich klingelt es an der Haustür. Die Frau öffnet und steht zwei ärgerlich dreinsehenden Polizisten gegenüber. Die Beamten fordern sie auf, umgehend das Radarüberwachungsgerät, das sie verbotenerweise vom Straßenrand entfernt habe, herauszugeben.


Quelle: Die Spinne in der Yucca-Palme, Sagenhafte Geschichten von heute, Rolf Wilhelm Brednich, München 1990, Seite 44