SAGEN.at >> Sagen der Gegenwart >> Österreich >> Steiermark

   
 

VAMPIRE KOMMEN AUS GRAZ

Bram Stoker (1847-1912), Autor des Buches "Dracula" (1897), wollte aufgrund von Tatsachenberichten die Handlung des Dracula in Graz ansiedeln. Dort lebten und leben weibliche Vampire, doch der Pfähler aus Rumänien schien ihm dann als Romanfigur interessanter.

Vlad IV. Tzepesch, © Kunsthistorisches Museum, Wien

Vlad IV. Tzepesch
einzige zeitgenössische Darstellung "Dracula's
© Kunsthistorisches Museum, Wien
für SAGEN.at vom KHM, Wien genehmigte Abbildung

Dennoch sind weibliche Vampire in Graz beheimatet, unter anderem finden sich im pathologischen Handbuch der medizinischen Fakultät Hinweise auf Merkmale des weiblichen Vampirismus: blasse Haut, eine besondere Zahnschleimhautkonsistenz, blutrot verfärbte Augen, im Dunkeln leuchtende Stoffe etc.

Allerdings hat sich im Zeitalter von AIDS das Auftreten des weiblichen Vampirismus stark vermindert, wie auch ein Protokoll einer Medizinischen Tagung aus 1985 in Graz wiedergibt:
"dr. josef sperl told a medical conference in graz, austria that incidences of vampirism have fallen from a high of 75 per month three years ago to less than five a month today."


Die Vorlagen:

"Er wohnte seinerzeit in Graz, wo er sich, karg von einer kleinen Rente lebend, die ihm als einziges von dem einst fürstlichen Besitz seiner Familie in der Obersteiermark geblieben war, der mühevollen und genauen Untersuchung der auf so eindrucksvolle Weise verbürgten Tradition des Vampirismus widmete."

Aus: Joseph Sheridan Le Faun Carmilla, der weibliche Vampir aus dem Englischen von Helmut Degner Diogenes Taschenbuch, 1979 ISBN 3257205961

--------------------------------------------------------------------------------


"von einer heimlichen Neugier getrieben, näherte ich mich dem Grab, um herauszufinden, was es damit auf sich hatte und warum es so verlassen an einem solchen Ort stand. Ich stapfte darum herum und las über der dorischen Pforte in deutscher Sprache:


GRÄFIN DOLINGEN ZU GRAZ
In der Steiermark
GESUCHT UND TOD AUFGEFUNDEN
1801


In der Spitze des Grabmals steckte ein großer eiserner Pfahl oder Stachel, der offensichtlich durch den Marmor getrieben war, da das Ganze nur aus wenigen Blöcken bestand. Auf der Rückseite entdeckte ich, in großen kyrillischen Buchstaben eingraviert den Satz:


"DER TOD KOMMT SCHNELL!"


Aus: Bram Stoker, Draculas Gast, Deutsch von Michael Krüger, Suhrkamptaschenbuch 2281, 1994

--------------------------------------------------------------------------------


Und der Brockhaus multimedia 2000 weiss dazu:

Bram Stokers Dracula

Die Figur des Vampirs Graf Dracula verdanken wir dem irischen Schriftsteller Bram Stoker, der auf der Suche nach einem Handlungsrahmen für einen Vampirroman auf die Legenden um Vlad Draculea stieß. Angeregt durch die Vampirgeschichte Carmilla von Joseph Sheridan Le Fanu (1872) dachte der 1847 geborene Stoker über einen eigenen Vampirroman nach. Bevor er im Jahre 1890 mit der Arbeit an seinem späteren Werk Dracula begann, hatte Stoker bereits einige Romane und Erzählungen veröffentlicht.

Hauptberuflich arbeitete Stoker ab 1878 als Privatsekretär des bekannten Schauspielers Henry Irving. Es wird angenommen, dass Stoker während dieser Zeit durch Gespräche mit dem ungarischen Orientalisten Arminius Vambery auf den historischen Dracula aufmerksam geworden ist. Auch ein Buch des selbst ernannten britischen Konsuls in Bukarest, William Wilkinson, soll Stoker beeinflusst haben. In ihm werden der historische Dracula, seine grausamen Vorgehensweisen sowie sein Kampf gegen die Türken geschildert. Bei weiteren Recherchen über die Walachei und Transsylvanien im Britischen Museum erfuhr Stoker mehr über den dort stark verbreiteten Aberglauben, insbesondere über den Vampirismus. Korrekturen in seinen Notizen lassen darauf schließen, dass er aufgrund dieser Informationen Draculas Schloss von der Steiermark in die damals noch habsburgische Landschaft Transsylvanien (Siebenbürgen) verlegte. Transsylvanien war allerdings nicht die Heimat des historischen Dracula, der residierte in der benachbarten Walachei.

Quelle: mündliche Erzählung an den Autor, Erzähler und Betroffene sind aus Persönlichkeitsschutzgründen anonymisiert.
Vorlagen: E-Mail-Zusendung von Hans-Peter Weingand, 25.06.2001.