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SALZBURGER FRAUENMÖRDER
Die Sage ist im Grunde eine historische Sage, die aber gerne auch in die Gegenwart verlegt wird
Meine Mutter erzählte mir in meiner Kindheit folgendes: Es waren vor langer Zeit - sicher vor Menschengedenken in Salzburg sieben
Nonnen welche nicht so heilig lebten wie sie sollten.
Grab der Stumpfögger, Friedhof
St. Peter in Salzburg
In dem altehrwürdigen Friedhofe von St. Peter, dieser ältesten Kulturstätte des christlichen Salzburg, die mit ihren Felsengrotten noch in das römische Juvavum zurückreicht und so in ihrem engen Rahmen die Geschichte von anderthalb Jahrtausenden umfasst, stehen der Katharinen-Kapelle gegenüber in einer Reihe sechs stark verwitterte Kreuze aus Eisen, während von dem siebenten nur noch ein kurzer Stumpf aus dem niederen Steinsockel hervorragt. Die Stellung dieser Kreuze nebeneinander, eine abgesonderte Gruppe bildend, sowie ihre gleichmäßige Form und Größe rechtfertigen den Schluss, dass sie die Grabstätte mehrerer Mitglieder einer und derselben Familie bezeichnen, die unter denselben ruhen. Genau gesprochen müsste man sagen: geruht haben; denn der Ort, an dem die Kreuze stehen, ist nicht der ursprüngliche, ist auch nicht die Begräbnisstätte der Familie: diese lag vielmehr an der Ostseite der St. Margarethenkapelle, längs der Außenwand des Chors, an dessen äußerer Wandfläche auch der Grabstein angebracht war, der uns von der Familie erzählt und der nun in die Wand der St. Katharinen-Kapelle eingelassen ist, der gegenüber jetzt die Kreuze stehen. Als man nämlich im Jahre 1864 den Chor der St. Margarethenkapelle freizulegen beschloss, wurden Kreuze und Grabstein an die jetzige Stelle versetzt; die unter den Kreuzen ruhenden Todten jedoch beließ man an ihrer alten Ruhestätte und so haben diese Grabeszeichen nur noch die Bedeutung eines Kenotaphs, denn unter ihnen ruht kein Leichnam mehr. Wenn das Gespräch sich um diese sieben Kreuze dreht, so weiß jeder Salzburger, dass von dem Manne die Rede ist, von dem seit langem die unheimliche Sage im Volke umgeht, dass er seine sieben Frauen, die er nacheinander in die Ehe nahm, auf die raffinierteste Weise aus der Welt schaffte. Sobald er nämlich einer Frau überdrüssig war, wusste er sie dahin zu bringen, dass sie sich Scherzes halber, wie er vorgab, vom Halse bis zu den Füßen in Decken einwickeln ließ, welche er fest verschnürte, so dass das Opfer, einem Wickelkinde gleich, kein Glied mehr zu bewegen vermochte. Nun kitzelte der Unmensch das arme Weib an den aus der Decke herausragenden Fußsohlen so lange, bis es unter der qualvollen Tortur seinen Geist aufgab. So die Sage, die jedes Kind in Salzburg kennt und die jeder Fremde, der den Friedhof von St. Peter besucht - und welcher Fremde besucht dieses berühmte Wahrzeichen Salzburgs nicht ? - aus dem Munde des Führers zu hören bekommt. Was Wunder, wenn er dann, um den Alpdruck los zu werden, beim Verlassen des Friedhofs sofort links einschwenkt...
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