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Brot vom Bäcker

In einem Dorf in der Nähe von Spittal an der Drau gab es vor Jahren noch eine Bäckerei. Eines Tages kam eine Kundin (die meiner Tante diese Geschichte erzählt heben soll) in den Laden und fragte den Bäcker, ob er noch etwas von dem herrlichen Brot mit den eingebackenen Speckstückchen habe. Eine zweite anwesende Kundin schloss sich der Bitte an. Der Bäcker war etwas ratlos, denn er hatte noch nie ein derartiges Backwerk hergestellt.

Er forschte in seiner Backstube nach, ob einer der Gesellen so etwas produziert habe und kam bald auf des Rätsels Lösung:

Einer der Burschen war vor einigen Tagen im Wirtshaus hängengeblieben und hatte etwas zu tief ins Glas geblickt. Sofort nach dem Rückweg mußte er sich um den Brotteig kümmern und da passierte ihm ein Unglück. Er hatte nämlich auch zu schwer gegessen und musste sich übergeben. Leider in den Teigtrog. In seinem Rausch knetete er weiter und so entstand das besagte Brot. Schon möglich, dass das Brot durch das "natürliche Säuerungsmittel" einen ganz besonders guten Geschmack bekam.

Quelle: E-Mail-Zusendung von Harald Hartmann, 13. Jänner 2006.