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Kreuzung zwischen Hund und Katze

In England hatte 1970 der Tierhändler Roy Tutt die Presse damit genarrt, daß er behauptete, eine Kreuzung zwischen Hund und Katze zustandegebracht zu haben.

In der österreichischen Presse sprach man von "Huntzen" und einer "sensationellen" Kreuzung. Otto König vom Institut für vergleichende Verhaltensforschung am Wilhelminenberg in Wien sagte damals, daß diese Geschichte erlogen sei. Sie ging dennoch als "Sensation" durch die Medien.

Allerdings muß man kein akademischer Biologe sein, um zu wissen, daß man zwei Arten aus zwei verschiedenen systematischen Familien - nämlich Felidae, Katzenartige, und Canidae, Hundeartige - nicht kreuzen kann.

Der Tierhändler, der "endlich wieder einmal ganz England einen Streich spielen" wollte, präsentierte den Fernsehkameras zwei Promenadenmischungen, die er als Katzenhunde vorstellte. Die niedlichen Wollknäuel avancierten kurzfristig zu berühmten Fernsehstars in ganz Europa.

Auch Horst Friedrich Mayer traf in seinen journalistischen Anfangsjahren beim Wochenenddienst die Entscheidung, den Film einer britischen Newsfilm-Agentur, an deren Glaubwürdigkeit es keinen Zweifel gab, im Fernsehen vor rund 1,5 Millionen "Zeit im Bild"-Zuschauern vorzuführen. Am nächsten Tag konnte er mit Hilfe von Otto König den Scherz aufdecken.

Quelle: Horst Friedrich Mayer, Die Entenmacher, Wenn Medien in die Falle tappen, Wien 1998, S. 194 - 195; S. 248.