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Alstervergnügen im Winter 2012. als die Menschen über die Alster spazierten
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Foto Details
Cornelius Fabius



Erfahrener Benutzer

Registriert: Mai 2013
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Das Alstereisvergnügen ist ein Volksfest, das in manchen Wintern auf der zugefrorenen Außenalster in der Mitte Hamburgs stattfindet, sofern das Eis eine hierfür ausreichende Dicke und Tragfestigkeit erreicht. Im Februar 2012, nach einer 2 Wochen anhaltenden Kältewelle, fand zum ersten Mal nach 15 Jahren wieder ein offizielles, von der zuständigen Behörde freigegebenes, Alstereisvergnügen (10. /12. Februar 2012) statt. Dieses Mal standen die Buden nicht, wie bei den vergangenen Veranstaltungen mitten auf der Alster, sondern waren aus Sicherheitsgründen am Rande aufgebaut.

Das eigentliche Eisvergnügen findet in der Regel von Freitagmittag bis Sonntag statt, wenn auf der 164 Hektar großen Fläche der Außenalster etwa 150 Buden und Stände aufgebaut werden, die zumeist warme Getränke, wie z. B. Glühwein, oder einen Imbiss anbieten. Während dieser Tage -bei bleibender Eisdecke auch an anderen Wochentagen- nutzen viele Hamburger und auswärtige Besucher die Außenalster zu einem Spaziergang, zum Schlittschuhlaufen oder anderen Eissportarten auf gegebenenfalls selbst von Schnee geräumten Flächen. Eissurfen und Eissegeln sind aus Gründen der Sicherheit jedoch untersagt, wie auch das Betreten des Eises grundsätzlich auf eigene Gefahr erfolgt.

Kennzeichnend für diese Veranstaltung ist im Gegensatz zu anderen professionell und kommerziell ausgerichteten Volksfesten, wie dem bis 2018 jährlich im Sommer veranstalteten Alstervergnügen, die Tatsache, dass auch Privatpersonen dort ihre Stände aufstellen, sofern sie hierfür eine der limitierten Genehmigungen erhalten haben. Zudem können mehrere Winter vergehen, ohne dass auf der Außenalster eine ausreichend tragfähige Eisfläche entsteht.

Der Fluss Alster bildet in Hamburgs Stadtmitte den aufgestauten See der Außenalster (bis zu 4,5 Meter tief). In etwa sind mindestens zwei Wochen ununterbrochen starker Frost (bei −10 Grad Celsius oder nach anderen Quellen unter −5 Grad) erforderlich, um eine für das Alstereisvergnügen erforderliche zusammenhängende Eisfläche mit einer mittleren Stärke von 20 cm zu erreichen. Die Schifffahrt, wie die Rundfahrten der Alsterdampfer, werden spätestens bei einer Eisdicke von 10 bis 12 cm eingestellt.

Das Betreten des Eises erfolgt auf eigenes Risiko und stellt einen Gemeingebrauch dar, der von der Behörde nicht eigens genehmigt werden muss. Insofern wird das Betreten auch nicht offiziell erlaubt und nur teilweise auf die besonderen Gefahren hingewiesen, die durch dünneres Eis insbesondere im Bereich von Brücken, Steganlagen, überhängenden Bäumen und wärmeren Wassereinleitungsstellen im Uferbereich bestehen.

Mit der ab dem 19. Jahrhundert zunehmenden Bebauung der um die Außenalster gelegenen Vororte und dem Ausbau der Flüsse und des Oberlaufes der Alster zum Kanal wurde die Alster zu einem wichtigen innerstädtischen Transportweg, sowohl im Personenverkehr mit den bestehenden Fährlinien, als auch für die an den Kanälen angesiedelten Kraftwerke und Industriebetriebe, für deren Versorgung im Winter möglichst lange eine Fahrrinne im Eis der Alster offen gehalten wurde und deren Betreten zunehmend mit polizeilichen Verboten reglementiert wurde.

Im Jahr 1929 durchgeführte Versuche auf dem Alstereis ergaben, dass 12 bis 16 Zentimeter starkes Eis Reiter, Wagen und selbst leichte Artillerie noch aushalten konnte und auf 20 Zentimetern auch ein Menschengedränge sicher stand. 1930 wurde daraufhin eine öffentliche Bekanntmachung herausgegeben, die das Betreten des Alstereises ab einer Dicke von 24 cm erlaubte.

Für die seit den 1970er Jahren durchgeführten Alstereisvergnügen galt neben weiteren Voraussetzungen bis 1996 eine erforderliche Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern (wie zuletzt für das Alstereisvergnügen am ersten Januarwochenende 1996, dem zwei weitere Wochenenden auf stärkerem Eis folgten). Risse, Luftblasen und offene Wasserstellen führten Anfang 1997 trotz einer bis zu 25 cm starken Eisdecke zunächst nicht zur Genehmigung des Festes. Seitdem ist eine mittlere Eisdecke von 20 cm notwendig, die sich aus klarem Eis (Kerneis) ohne Schnee und Lufteinschlüsse zusammensetzt.

Der Begriff Alstereisvergnügen (manchmal auch Eisvergnügen oder Alstervergnügen) hat sich erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zunehmend für das Budenfest auf dem Eis der Alster etabliert.

Gleichwohl wurden die zugefrorenen Gewässer der Hansestadt auch in früheren Jahrhunderten als Fläche für verschiedenste Veranstaltungen und Vergnügen genutzt. So erregte beispielsweise 1687 ein Eisschiff nach holländischem Vorbild erstmals die Aufmerksamkeit der Hamburger. Das Segelschiff glitt auf Kufen über das Eis der Alster und bot Fahrten mit Speis und Trank für kleine Gesellschaften an. In einer Erläuterung der Abbildung des Schiffes heißt es um 1896: "Unser Bild beweist uns, dass bereits vor 200 Jahren ein fröhliches Treiben auf den gefrorenen Flüssen Elbe und Alster herrschte, ja in weit höherem Masse als jetzt, wo beide der Schifffahrt wegen möglichst lange offen gehalten werden und strenge polizeiliche Verbote das Betreten des zu schwachen Eises hindern....Auch das jetzt hier verschwundene Eisbosselspiel ist vertreten....". Die damalige Form des Eisboßeln in Hamburg bestand aus einem Zielwerfen von schweren Kugeln. Ebenso waren Schlitten zum schieben und Pferdeschlitten auf den Eisflächen unterwegs und auch das Schlittschuhlaufen zählte zu dieser Zeit bereits zu den beliebten Wintervergnügen.

Das Eis der zugefrorenen Elbe, auf der im Winter die Schifffahrt ruhte, wurde ehemals nicht nur als Transportweg von Waren und Personen genutzt, sondern diese Eisstraßen wurden auch für Vergnügungsfahrten mit Schlitten oder Wagen genutzt. 1841 ruhte die Schifffahrt auf der Elbe wegen des Eises beinahe 100 Tage. In dieser Zeit entstand ein reger Budenbetrieb mit Tanzzelt und Schlittenpartien auf der Elbe. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt und dem Einsatz von Eisbrechern fällt dieses Vergnügen jedoch weg, da der Hamburger Hafen und die Elbe nun ganzjährig befahrbar gehalten werden.

Die Alster bot jedoch auch weiter die Gelegenheit für unterschiedliche Veranstaltungen. So sorgte 1733 beispielsweise ein Pferdeschlitten-Karussell für Aufsehen und 1862 veranstaltete der Germania Ruder Club einen Eistanz mit maskierten Schlittschuhläufern unter Musikbegleitung und mit bengalischem Feuer.

Im Jahr 1829 soll die Alster 100 Tage lang zugefroren gewesen sein und 1929 sogar noch länger. Skijöring und mit Fahnen geschmückte Buden, die Grog, Met und Bier anboten, gehörten zu den Attraktionen des Winters 1929, in dem erstmals Untersuchungen zu Wachstum und Belastbarkeit des Eises durchgeführt wurden. 1956 erlebte Hamburg einen besonders kalten Februar (durchschnittliche Temperatur minus 8,1 Grad Celsius). Das Eis der Alster durfte trotzdem nicht betreten werden, da eine Fahrrinne für Kohlenschleppzüge freigehalten werden musste. Ein Sportflugzeug nutzte die Eisfläche jedoch für eine Notlandung. Ohnehin fand in den 1950er und 1960er Jahren kein eigentliches Budenfest statt.
· Datum: Do April 30, 2020 · Aufrufe: 256
· Dateigröße: 58.6Kb, 487.4Kb · Abmessungen: 2000 x 1500 · ·
Zusätzliche Infos
Wertung: ********** 10.00
Wertung: Schwach Exzellent
Schlüsselwörter: Alstervergnügen im Winter 2012. als die Menschen über Alster spazierten

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SAGEN.at
Administrator

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Wohnort: Innsbruck
Beiträge: 30,323
Do April 30, 2020 9:25pm Wertung: 10.00 

Das sind coole Bilder - erinnern mich ganz entfernt an Pieter Bruegel dem Älteren.

Wolfgang (SAGEN.at)
Dieser Benutzer ist offline
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Cornelius Fabius

Erfahrener Benutzer

Registriert: Mai 2013
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1,498
Do April 30, 2020 10:26pm

GRÜß DICH :-D, das liebe ich ja doch immer sehr an unserer Gemeinschaft hier, was einem alles durch so wunderbare Kommentare erst wieder ins Gedächtnis gerufen wird..... Vielen DANK geehrter Wolfgang, mir war dieser Maler vor langen Zeiten erst wahrhaftig gegenwärtig gewesen, durch meine Mutter und nun freue ich mich umso mehr, mich in seinen Gemälden zu vertiefen.



Es stimmt, die Menschen bilden ein Gesamtbild durch ihre gemeinsame Ambition doch zum Glück ist keine Mühsal zu erkennen, sondern ja nur heitere Stimmung. Jäger im Schnee finde ich da auch besonders interessant und die Menschen jagen im Grunde ja auch hier vielem hinterher, besonders ihren Freuden :-).



Alles Gute dir, ich hoffe dir und deinen lieben Angehörigen geht es hervorragend. Genieße den Abend und viele Grüße aus dem Dunkelwald.
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