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berühmter Deutscher Gast in Neapel. Goethe im Palazzo Filangieri d'Arianell
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Cornelius Fabius



Erfahrener Benutzer

Registriert: Mai 2013
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1,574
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erstellt am 12. Mai 2017.

Es war die hohe Bewunderung welche mich strahlen ließ, als ich von den Blicken anderer Menschen behaftet, endlich hier ankommen durfte. Das auf und abgehen am Palazzo, die Hände immer wieder zu den Wandtafeln empor gerichtet und die mit Freude erfüllten Gesichter, das blieb einem Ehepaar aus Amerika welche auch hier ihre Ferienzeit genossen, nicht verborgen und so fragten sie interessiert ob hier etwas besonders zu beschauen sei. Als von des großen Goethes „italienische Taten“ die Rede war, verstanden sie sofort: „es gibt Deutsche, welche ganz gleich wo sie sind im Urlaub, erst einmal die Stätten ihrer großen Geistesgrößen aufsuchen müssen, irgendwie war ja überall einer von denen“. :-D

»Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganz anderer Mensch«. Wahrhaftig, ich bescheidener Mensch konnte in diesen wilden Zeiten wieder genauso empfinden. Goethe verblieb in Neapel fast fünf Wochen lang, unternahm zwei Exkursionen auf den gerade aktiven Vesuv und besichtigte Pompeji, Caserta, Capua, Herkulaneum und Paestum.


In Neapel im Palazzo Filangieri d'Arianello in der via Atri Nr. 23, lernt Goethe den jungen adligen Juristen und Philosophen Gaetano Filangieri kennen, welcher sich hier mit Goethe trifft, er genießt einen sehr vertrauten Umgang mit ihm. Durch Filangieri kam Goethe zudem auch in den Kontakt mit dem Schriftsteller Giambattista Vico und seinen Werken. (Giambattista Vico auch Gian Battista, Giovan Battista, war ein italienischer Geschichts- und Rechtsphilosoph, der sich mit dem Auf- und Niedergang von Zivilisationen auseinandersetzte). Das Museo Civico di Filangieri Palazzo Cuomo, ist sehr faszinierend, es enthält die Bibliothek und Kunstsammlung, Die Sammlung besteht aus Gemälden, Gewändern, Waffen sowie Möbelstücken und einer Porzellansammlung welche mit der Stadtgeschichte auch zu tun haben.
Respektvoll äußert sich Goethe in seiner Italienreise zu Filangieri, so schreibt Goethe z. B. in Neapel am 5. März 1787: “ von einem trefflichen Manne, den ich diese Tage kennengelernt, muss ich kürzlich das allgemeinste erwähnen. Es ist Ritter Filangieri, bekannt durch sein Werk über die Gesetzgebung. Er gehört zu den ehrwürdigen jungen Männern, welche das Glück der Menschen und eine löbliche Freiheit derselben im Auge behalten. An seinem Betragen kann man den Soldaten, den Ritter und Weltmann erkennen, gemildert ist jedoch dieser Anstand durch den Ausdruck eines zarten sittlichen Gefühls, welches, über die ganze Person verbreitet, aus Wort und Wesen gar anmutig hervorleuchtet. Auch er ist seinem Könige und dessen Königreich im Herzen verbündet, wenn er auch nicht alles billigt, was geschieht; aber auch er ist gedrückt durch die Furcht vor Joseph dem Zweiten. Das Bild eines Despoten, wenn es auch nur in der Luft schwebt, ist edlen Menschen schon fürchterlich. Er sprach mit mir ganz offen, was Neapel von jenem zu fürchten habe. Er unterhält sich gern über Montesquieu, Beccaria, auch über seine eigenen Schriften, alles in demselben Geiste des besten Wollens und einer herzlichen jugendlichen Lust, das Gute zu wirken. Er mag noch in den Dreißigen stehen. , während eines Empfangs, „ Goethe verglich ihn mit seinem Schwager Schlosser, er hatte ihn „nie ein gleichgültiges Wort reden hören“, auch nicht bei einem großen Festessen, dessen sämtliche Fleischgerichte sich, da es Fastenzeit war, als Fischzubereitungen sich entpuppten. Interessant ist auch der von Goethe angestellte Vergleich zwischen Filangieri und Georg Schlosser:
„Überhaupt habe ich Filangieri nie ein gleichgültiges Wort reden hören. Er gleicht darin wie in manchem andern unserm Freunde Georg Schlosser, nur dass er als Neapolitaner und Weltmann eine weichere Natur und einen bequemern Umgang hat.

Auch den damals hochgeschätzten Landschaftsmaler Hackert lernt Goethe hier kennen, dessen "unglaubliche Meisterschaft ..., die Natur abzuschreiben", er bewundert und als Zeichner nachzuahmen versucht. Neben Hackert lernt Goethe hier auch den britischen Botschafter Sir William Hamilton kennen, dieser war auch bekannt als Antikensammler und Vulkanforscher. Der berühmte barocke Palazzo Sessa, diente Hamilton als Residenz. Im Frühjahr 1787 machte dann Goethe hier zweimal Visite, besichtigte Hamiltons Sammlung antiker Vasen und war beeindruckt von einer architektonischen Besonderheit des Palazzo, wo ihm auch ein eigenes Zimmer eingerichtet wurde. Der Palazzo Sessa war ein geselliger Treffpunkt aller durchreisenden Fremden von Rang, darunter auch zahlreicher Deutscher. Fürst Franz von Anhalt-Dessau und sein Architekt Erdmannsdorff waren hier zu Gast, hier verkehrte Lessing auf seiner Reise mit dem Prinzen von Braunschweig, und Leopold Mozart gab hier mit Wunderkind Wolfgang ein Hauskonzert. Auch die Herzogin Anna Amalia und ihre Entourage waren während ihres Aufenthalts in Neapel regelmäßige Gäste.
· Datum: Do Juni 1, 2017 · Aufrufe: 1235
· Dateigröße: 55.2Kb, 261.2Kb · Abmessungen: 1125 x 1500 · ·
Zusätzliche Infos
Wertung: Schwach Exzellent
Schlüsselwörter: berühmter Deutscher Gast in Neapel. Goethe im Palazzo Filangieri d'Arianell



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