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Durch den Eingang des Hauptportals "Ostium" ins Vestibulum.
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Foto Details
Cornelius Fabius



Erfahrener Benutzer

Registriert: Mai 2013
Wohnort: Hamburg
Beiträge: 1,201
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Blick vom Vestibulum ins Atrium „das lebendige Zentrum des Hauses“, mit der Säulenhalle. Es bildet den zentralen Bereich und diente mit dem offenen Säulengang als Lichtquelle und Verbindungsgang für alle angrenzenden Räumlichkeiten im vorderen Hausabschnitt. Während die privaten Räume sich im rückwärtigen Teil des Hauses sowie im Obergeschoss befanden, lagen um das Atrium die repräsentativen Empfangsräume, Speiseräume und Gästezimmer. Auch die Sklaven hatten hier die Unterkünfte. Der Kassenraum z.B. wäre ein solcher einst gewesen. Mit dem nach innen geneigten Dach des Atriums wurde das Regenwasser in ein unter freiem Himmel liegendes Wasserbecken Impluvium geleitet und in einer darunter liegenden Zisterne als Trinkwasser gesammelt. Der Säulengang spendete unter der heißen südlichen Sonne angenehmen Schatten. Das Impluvium oft mit einer Bronzefigur versehen, bot unteranderem dann die Illusion des Wasserreichtums und bot daneben auch Kühlung. Aus Rücksicht auf das deutsche Klima war das Atrium im Pompejanum schon immer mit einem Glasdach versehen. Bereits im Mai 1851 verzeichnete das Baumanual die Bezahlung eines eisernen Dachstuhls mit 675 Gulden. Das jetzige Glaspyramidendach wurde 1988 eingebaut. Nach den verheerenden Kriegszerstörungen musste die Raumschale des Atriums großenteils, die verlorene Bemalung der Wände und der Decke komplett nach alten Beschreibungen, Fotos und Ansichten rekonstruiert werden. Zwölf dorische Säulen tragen das mit farbigen Triglyphen und Stirnziegeln verzierte Gebälk um die Lichtöffnung und die mit sternförmigen Mustern bemalte Kassettendecke. An den Wänden ist der farbige Verputz in Braun (Sockelzone), Rot und Gelb sowie die gesamte Bemalung im so genannten „vierten pompejanischen Stil“ mit ihren so gewaltigen eindrucksvollen Scheinarchitekturen 1992-1994 rekonstruiert worden.

Der Name Atrium leitet sich von „ater“ (schwarz) ab und ist eine aus alten Zeiten überkommene Bezeichnung, als im Atrium noch gekocht wurde und die Wände bald schwarz vom Ruß waren. In den Villenbauten Pompejis war das Atrium die Repräsentationsstätte (Raum), hier tätigte man Geschäfte, empfing Freunde und ließ Festivitäten beginnen usf. Gewöhnlich war das Atrium nur gering möbliert; meist stand dort nur ein besonderer Tisch oder anderer prunkvoller Hausrat. In einigen Häusern Pompejis befand sich im Atrium eine im Boden fest verankerte Geldkiste, und manchmal wurden dort auch Bildnisbüsten aufgestellt. Der besondere Luxus einer Portraitgalerie war jedoch einem pompejischen Bürgerhaus eher fremd, in einer prachtvollen Villa unweit Pompejis hingegen fand man eine ganze Galerie von Bildnisbüsten. Diesem Vorbild folgend, wie so eine repräsentable Galerie ausgesehen haben könnte, wurde das Pompejanum ebenfalls mit einer Portraitgalerie ausgestattet. Möglicherweise ebenfalls im Atrium ausgestellt und leider im Pompejanum nicht nachgestellt, waren die Totenmasken aus Wachs, „das Antlitz des Todes“. Mos maiorum, die Sitte der Vorfahren ist die Bezeichnung für traditionelle Verhaltensweisen und Gebräuche, die als Grundlage der beispiellosen Erfolgsgeschichte des Aufstiegs Roms zur Weltmacht galten und von all denen, die öffentliche Ämter anstrebten, zu beachten und möglichst getreu einzuhalten waren. In den vornehmen Bauten war es für die angesehenen Familien eine wichtige Sitte, die Ahnen um sich zu haben, dies in Form von an den Wänden hängenden Gesichtern der Vorfahren. So ließ sich leicht die soziale Stellung ablesen - je mehr und je älter die Vorfahren, desto bedeutender schließlich die Familie des Hausherrn. Und: Nur wer mindestens das Amt eines Ädilen in der römischen Beamtenlaufbahn bekleidet hatte, durfte sich nach dem Tod in Wachs verewigen lassen. Nicht nur im Haus wurden die Gesichter der Toten ausgestellt, sondern auch im Freien: Auf Beerdigungen trugen Mitglieder der Familie die wächsernen Masken, um so die glorreiche Vergangenheit der Sippe im Nachspiel wieder lebendig werden zu lassen.
Leider gehört Wachs nicht zu den beständigsten Materialien - nie ist es Archäologen gelungen, auf einer Ausgrabung eine Sammlung von imagines maiorum zu bergen.

Finanziert wurde der Bau des Pompejischen Hauses übrigens aus der so genannten Kabinettskasse, also dem König Ludwig I. zur persönlichen Verfügung zustehenden Etat. Die Gesamtkosten betrugen etwa 250.000 Gulden, das entsprach ungefähr dem 250-fachen Jahresverdienst eines Bauingenieurs. Von Anfang an war das Bauwerk zur Besichtigung freigegeben und schon 1859 erschien ein erstes Führungsheft, verfasst von Richard Wanderer.

Aufnahme aus dem Jahre 2014.
· Datum: So Mai 7, 2017 · Aufrufe: 424
· Dateigröße: 42.5Kb, 168.1Kb · Abmessungen: 960 x 686 · ·
Zusätzliche Infos
Wertung: ********** 10.00
Wertung: Schwach Exzellent
Schlüsselwörter: Durch den Eingang des Hauptportals "Ostium" ins Vestibulum.

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Monie

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Beiträge: 143
Mo Mai 8, 2017 6:37pm Wertung: 10.00 



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Monie
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