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Das überwältigende Juliusgrabmal in der San Pietro in Vincoli in Rom.
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Cornelius Fabius



Benutzer

Registriert: Mai 2013
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Beiträge: 1,140
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Das überwältigende Juliusgrabmal in der San Pietro in Vincoli in Rom.

Das Juliusgrabmal ist ein von Michelangelo Buonarroti und Gehilfen ausgeführtes Grabmonument für Papst Julius II. in der Gestalt eines zweigeschossigen Wandgrabes mit sieben Statuen, darunter dem berühmten gehörnten Moses. Das aus Carraramarmor bestehende Grabmal befindet sich in der Kirche San Pietro in Vincoli in Rom. Die Ausführung des Werks erstreckte sich über etwa vierzig Jahre, von 1505 bis 1545. Das Grabmal ist jedoch ein Kenotaph. Julius II. ruht zusammen mit Sixtus IV. unter einer schlichten Marmorplatte im Petersdom unterhalb des Denkmals für Papst Clemens X. Ausgerechnet jener Papst, der Sankt Peter für sein monumentales Grabmal umbauen wollte, ist somit in einem der schlichtesten, kaum beachteten Papst-Grabmäler bestattet.

Das Grabmal wurde im Jahr 1505 von Papst Julius II. aus der Familie Della Rovere in Auftrag gegeben, nur zwei Jahre nach dessen Amtsantritt. Der etwa 30-jährige Michelangelo war zu diesem Zeitpunkt bereits ein gefeierter Bildhauer. Möglicherweise war es Giuliano da Sangallo, der mit dem Wirken Michelangelos in Florenz vertraut war, welcher die Aufmerksamkeit des ambiziösen Papstes auf Michelangelo lenkte. Julius ließ Michelangelo aus Florenz zu sich rufen, wo infolgedessen wichtige Projekte wie das Fresko der Cascina-Schlacht liegen blieben. Der Vertrag sah die enorme Summe von 10.000 Dukaten vor (zum Vergleich: für die etwa fünf Jahre früher fertiggestellte Römische Pietà hatte der Meister 350 Dukaten erhalten), von der allerdings auch das Material und Zuarbeiten/Gehilfen zu bezahlen waren. Die Kommissionierung des Grabmals war der Beginn einer komplizierten, von Zerwürfnissen, aber auch Zuneigung und gegenseitigem Respekt geprägten Beziehung zwischen diesen beiden großen Renaissancemenschen.

Die Arbeit an dem Werk erfolgte sporadisch über vier Jahrzehnte hinweg, immer wieder unterbrochen von anderen Aufträgen, denen sich der Meister kaum entziehen konnte. Die über einen so langen Zeitraum schwebende Verpflichtung der Vollendung des Grabmals stellte für Michelangelo eine fortdauernde schwere Belastung dar (der Meister sprach gegenüber seinem Biographen Ascanio Condivi von der „Tragödie des Grabmals“). Verspohl schreibt: „Was für ihn ein Triumph hätte werden sollen, entwickelte sich … zum Fluch, zur Tragödie seines Lebens.“ Müller schreibt hierzu: „ Volle vierzig Jahre hatte [Michelangelo] mit den Widerwärtigkeiten und Seelenleiden zu kämpfen gehabt, die ihm aus diesem glänzenden und ehrenvollen Auftrage … erwachsen waren.“ Im Verlauf dieser vier Jahrzehnte wurden die Entwürfe für das Grabmal mindestens sechs Mal geändert, wobei die Abmessungen (zumindest ab dem zweiten Entwurf) und die Zahl der schmückenden Figuren immer kleiner wurden.

Die Anfänge der Arbeit am Juliusgrabmal fallen in die Zeit von Michelangelos zweitem Rom-Aufenthalt von 1505 bis 1506. Da Julius II. zum Zeitpunkt der Kommissionierung bereits über 60 Jahre alt war, drängte der Papst zunächst auf eine möglichst schnelle Ausführung. Die ersten Entwürfe legte Michelangelo seinem Auftraggeber im Jahr 1505 vor. Die Wintermonate 1505/06 verbrachte er in den Marmorbrüchen von Carrara, um den Aushub des Marmors für das Grabmonument zu überwachen. Anfang 1505 trafen die ersten Marmorblöcke in Rom ein und wurden in die Werkstatt des Meisters in der Nähe von St. Peter verbracht.

Das Grabmonument ist als zweigeschossiges Wandgrab ausgeführt. Müller schreibt von einem „ziemlich barocke[n] Wandbau“, der einen „unerfreulichen Eindruck“ mache. Das erste Geschoss trägt noch die Reminiszenz an eine der Schmalseiten des ursprünglichen Entwurfs mit zwei reich ornamentierten Nischen. Im Zentrum des ersten Geschosses befindet sich die Moses-Statue. In der Nische vom Betrachter aus rechts befindet sich die Statue der Lea als Allegorie der vita activa, in der linken Nische jene der Rachel als Allegorie der vita contemplativa, beide in stehender Position.

Die Architektur des zweiten Geschosses ist von vier hoch aufragenden Pilastern geprägt, welche drei gleich große Nischen bilden. In der rechten Nische befindet sich ein Prophet, in der linken Nische, über der Vita Contemplativa, eine Sibylle, beide in sitzender Position. Genau im Zentrum des Monuments, über der Moses-Statue, hat Michelangelo eine Statue Julius II. in liegender Position platziert. In der mittleren Nische hinter und über der Papstfigur befindet sich die aufrecht stehende Jungfrau Maria mit dem Jesuskind im Arm. Dieses Ensemble aus ruhender Papstfigur und der darüber angeordneten Madonna mit dem Kind findet sich in ähnlicher Form schon im zweiten Entwurf von 1513. Mit der ikonographisch geläufigen Darstellung des Toten in liegender Position auf einer Kline, den Kopf mit einem Arm abstützend, wird ein Thema etruskischen Ursprungs aufgenommen, das den Toten an einem Bankett in der jenseitigen Welt teilnehmend zeigt. Über der mittleren Nische, das Monument krönend, befindet sich das päpstliche Wappen.

Das Monument ist reich ornamentiert, dies gilt insbesondere für das erste Geschoss. Die Simse über den beiden unteren Nischen, auf denen die Sibylle und der Prophet thronen, werden von jeweils zwei als Reliefs ausgeführten männlichen Karyatiden getragen.

Auffällig ist die Dominanz der Moses-Figur in dem Ensemble, der gegenüber die Figur des ruhenden Julius – eigentlich die Hauptfigur des Grabmonuments – fast verschwindet. Es kann angenommen werden, dass dieses Missverhältnis so nicht geplant war und eher dem Umstand geschuldet ist, dass der früher als die übrigen Figuren geschaffene weit überlebensgroße Moses noch für eine frühere, monumentalere Version des Grabmals konzipiert war und sich nicht recht in die letzte, verkleinerte Version einfügen wollte.
· Datum: Mi August 17, 2016 · Aufrufe: 551
· Dateigröße: 53.0Kb, 246.1Kb · Abmessungen: 1125 x 1500 · ·
Zusätzliche Infos
Wertung: Schwach Exzellent
Schlüsselwörter: Das überwältigende Juliusgrabmal in der San Pietro Vincoli Rom.



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