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Beim Kalvarienberg in Graz
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TeresaMaria



Erfahrener Benutzer

Registriert: Juli 2012
Wohnort: Graz, Steiermark
Beiträge: 14,849
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Der Grazer Kalvarienberg ist eine Nachbildung des Kreuzigungshügels Golgota in Jerusalem, die sich im 17. Jahrhundert aus einer Kreuzigungsgruppe auf dem Grazer Austein entwickelte. Das Areal befindet sich neben der Mur im vierten Grazer Stadtbezirk Lend. Der Austein, ein Felsen, auf dem die Anlage mit den Kapellen, Kreuzwegstationen und der Kreuzigungsgruppe errichtet wurde, befindet sich im Zentrum des Areals. Der Grazer Kalvarienberg war zu seiner Gründungszeit der erste seiner Art innerhalb der habsburgischen Erblande. Am Eingang im Süden steht unmittelbar die „Kalvarienbergkirche zum Heiligen Kreuz“, ein hochbarocker Kirchenbau mit der Heiligen Stiege und einer Ecce-Homo-Bühne. Westlich von ihr liegt der Pfarrhof, und südlich der langgestreckte und schmale Kalvarienberg-Friedhof. Nördlich des Kalvarienbergs befindet sich noch weitgehend unverbautes Land, und im Osten fließt in kurzer Entfernung die Mur an der Anlage vorbei. Der Kalvarienberg wurde im 16. Jahrhundert gegründet, fortlaufend ausgebaut und stand bis ins 18. Jahrhundert unter der Patronanz des Jesuitenordens. Er war von Beginn seines Bestehens an ein Ziel von Wallfahrten und Prozessionen. Auf dem Weg aus der Innenstadt zum Kalvarienberg stehen neben der Straße noch sieben Prozessionsbildstöcke, die heute als Wegpunkte an jene Zeit erinnern.


Ein großer Teil der Bewohner der steirischen Landeshauptstadt Graz bekannte sich bis um 1600, wie auch in der übrigen Steiermark, zum Protestantismus. Ab 1550 begann die Rekatholisierung durch die Gegenreformation, was sich an der Errichtung der „Via Dolorosa“, der „schmerzensreichen Straße“ oder dem „Leidensweg" (Kreuzweg) in Graz widerspiegelt, die eine Frühform des Kalvarienbergs darstellt. Von der streng katholischen Erzherzogin Maria von Bayern und ihrem Gemahl und Onkel, Erzherzog Karl II. von Innerösterreich, wird berichtet, dass sie sich oftmals zur Wallfahrt nach Straßgang zur Kirche Maria im Elend begaben. Der nachgestellte Kreuzweg mit den 14 Stationen ist heute nicht mehr erhalten. Diese Art von Frömmigkeit war bis dahin in Österreich einzigartig.


Bernhard Walter, später Bernhard Walter von Waltersweil, der Oberstallmeister und Kämmerer von Erzherzog Maximilian Ernst ließ 1606, noch zu Lebzeiten der frommen Erzherzogin, die ersten drei Kreuze am Austein errichten. Walter, der wegen seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben wurde, stiftete die Kreuze mit Erlaubnis Ferdinand Maschwanders, des Eigentümers vom Austein. Maschwander entstammte einer bayerischen Adelsfamilie, sein Vater war Kammerdiener Kaiser Ferdinands I.. Das Wappen der Familie ist am Eingang der Grabkapelle angebracht. Maschwander war 1598 als Freiherr in die Steiermark gekommen und heiratete 1609 Maximiliana von Herbersdorf. Er vermachte den Grazer Austein dem in der Stadt ansässigen Jesuitenorden, damit „das Andenken an Jesus Christus lebendig erhalten werde.“ Am 31. August 1619 übergab die Witwe Maschwanders den Felsen mit den drei Kreuzen dem Jesuitenorden. Bernhard Walter und Ferdinand Maschwander waren somit durch die Gründung des Grazer Kalvarienberges die Stifter der ältesten Kalvarienberganlage auf dem Gebiet des heutigen Österreich.


Aufgrund der Entfernung zwischen Altstadt und Austein, die ungefähr jener der „Via Dolorosa“ in Jerusalem entsprach, und der Ähnlichkeit des Felsens mit Golgota, der „Schädelhöhe“ in Jerusalem, auf der Jesus gekreuzigt wurde, erfreute sich die Wallfahrt in der Stadtbevölkerung einer großen Beliebtheit. Die vom Jesuitenorden im Jahr 1620 in Graz gegründete Bürgerbruderschaft Mariä Reinigung übernahm die Betreuung des Kalvarienbergs. 1640 zählte sie bereits um 500 Mitglieder. Bis zu den josephinischen Reformen unter Kaiser Joseph II. blieb sie mit der heiligen Anlage eng verbunden.


Der Grazer Stadtpfarrer und der Seckauer Fürstbischof hegten anfangs Bedenken gegen diese Form der Volksfrömmigkeit. Deshalb blieb es bis in die 1640er Jahre bei den drei einfachen Kreuzen. Erst 1653 wurde vom Seckauer Bischof die Erlaubnis zum Bau der ersten Kapelle erteilt, der Heilig-Grab-Kapelle, die 1654 errichtet wurde. Bei der Grundsteinlegung sollen 6000 Wallfahrer anwesend gewesen sein, auch Gabriel Maschwander, der Sohn des Ferdinand Maschwander. Er stiftete 1000 Gulden für den Bau. Zum Dank wurde das Wappen der Familie Maschwander am Portal angebracht. Der Großteil der Anlage auf dem Austein, Kapellen, Grotten, Bildstöcke und Statuen, wurde von diesem Zeitpunkt an bis um 1660 fertig gestellt. Aus der ehemaligen Ölbergkapelle entstand durch Umbauten die heutige Kalvarienbergkirche. Bis auf diese Bautätigkeit und den Neubau der Dismaskapelle anstelle der alten Rosaliakapelle kamen im 19. Jahrhundert nur noch die Johannes-Nepomuk-Kapelle und die Petrus-Grotte hinzu.


ie Zahl der Pilger vergrößerte sich jährlich. Der Ausbau wurde durch jene Mittel finanziert, die durch einen Generalablass, zwischen 1657 und 1664 von Papst Alexander VII. gewährt, eingenommen wurden. Die Erlaubnis eine Messe bei der Ölbergkapelle, der späteren Kalvarienbergkirche zu lesen wurde vom Bischof Johann Markus von Seckau erteilt. Im Jahr 1667 wurden mehr als 900 heilige Messen abgehalten. Kaiser Leopold I. besichtigte 1660 in Form einer Pilgerreise mit Erzherzog Leopold Wilhelm den Kalvarienberg und spendete eine hohe Summe, die für die Erweiterung der Ölbergkapelle Verwendung fand.
Ein einziges Mirakelbuch mit direktem Bezug zum Grazer Kalvarienberg ist erhalten geblieben. Es stammt aus dem Jahr 1673 und enthält 43 Berichte von Wundertaten in einem Zeitraum zwischen 1655 und 1673. Die Heilungen waren zumeist mit einer „Verlobung an den berg Calvari“, also einem Gelöbnis auf den Kalvarienberg, verbunden. Mit dem Gelöbnis gingen oft Dankwallfahrten und Spenden einher. Votivgaben oder -bilder haben die Zeit nicht überdauert. Die Wundertätigkeiten, die im Mirakelbuch geschildert werden, betrafen aus einem großen Einzugsgebiet beinahe jede soziale Schicht und Profession: Adelige, Bürger, Beamte, Handwerker, Gastwirte, bis hin zu Arbeitern hofften auf Heilung oder die Erfüllung ihres Gelübdes. Mirakelbücher waren in dieser Zeit nicht selten: in den Pfarren Nestelbach bei Graz und Graz-Straßgang haben sich derartige Schriftstücke, Zeugnisse einer volksfrömmigen Zeit, erhalten.


Die Errichtung des Kalvarienberges am Austein löste bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine Welle von Neugründungen ähnlicher, aber kleinerer Anlagen in der Habsburger Monarchie aus. Bei Geißelungs- und Kreuztrageprozessionen kam es vermehrt zu Zwischenfällen. Maria Theresia erließ daher 1751 Verbotsgesetze wegen der öffentlichen Zurschaustellungen expliziten religiösen Eifers. Ihr Sohn Kaiser Joseph II. verbot das Mittragen von Figuren und Statuen bei Prozessionen und beendete damit die Tradition des barocken Passionskults.


In den folgenden Jahrzehnten setzte sich der Niedergang des Kalvarienbergs fort. Die Anlage begann zu verfallen. Das Areal rund um den Austein gehörte zu diesem Zeitpunkt (seit 1586) zur Pfarre St. Andrä. Die Idee kam auf, eine eigene Pfarrei zu errichten. Das wurde mit dem Bau einer eigenen Seelsorgestelle mit einem Benefiziaten im Jahr 1698 vom Bischof genehmigt. Der erste Seelsorger war Matthias Bernhard Praunstein. Er nahm seine Tätigkeit im selben Jahr auf. Durch die rege Bautätigkeit im 18. Jahrhundert rund um dem Kalvarienberg wurde wieder der Ruf nach einer eigenen Pfarre laut. Am 16. Februar 1786 schließlich wurde die Seelsorgestelle kirchenrechtlich in den Rang einer Lokalkuratie erhoben. Es wurde auch eine eigene Pfarrschule eingerichtet. Der erste Lokalkurat war Pater Lorenz Preissler, der bis dahin als Benefiziat gewirkt hatte. Erst durch die rasche Bevölkerungszunahme während der Industriellen Revolution wurde die Lokalkuratie Kalvarienberg im Jahr 1831 in den Rang einer Pfarre erhoben. 1946 löste sich die neue Pfarre Graz-Gösting mit der Kirche St. Anna von der Kalvarienbergpfarre ab.


Im 20. Jahrhundert verfiel die Anlage zusehends. Einerseits war es die Witterung, die den Kapellen, Treppen und Figuren zusetzte, andererseits die wiederholt beobachteten und dokumentierten Vandalenakte. In den 1950er Jahren wurde die Innen- und Außenrestaurierung der Mariatroster Kapelle und die Außenrenovierung der Kalvarienbergkirche begonnen. Auch kleine Instandsetzungsmaßnahmen wurden vorgenommen, die den weiteren Verfall aber nicht verhindern konnten.Im Jahr 1999 beschloss man schließlich die umfassende Restaurierung der Kalvarienberganlage, die 2003 abgeschlossen werden konnte. Das Areal mit seinen Bauten und Kunstwerken erstrahlt wieder im alten Glanz.


Quelle:wikipedia
· Datum: Fr März 29, 2013 · Aufrufe: 1188
· Dateigröße: 65.6Kb, 257.7Kb · Abmessungen: 960 x 720 · ·
Zusätzliche Infos
Wertung: Schwach Exzellent
Schlüsselwörter: Beim Kalvarienberg in Graz



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