Die Bergkapelle hl. Johannes Nepomuk in der Streusiedlung Rerobichl, Gemeinde Oberndorf in Tirol, wurde im Jahr 1732 von Jakob Singer erbaut, 1733 geweiht und 1916/17, 2009 restauriert.
Kunstgeschichte:
2jochige Kapelle, eingezogene Rundapsis, Schindeldach. Tonnengewölbe mit kurzen Stichkappen; Gliederung durch Pilaster und Gebälk, rundbogige Fenster. Laub-Bandlwerk-Stuck von Hans Singer, Gewölbefresken bezeichnet Sim(on) Bened(ikt) Faistenberger 1732, Folter des hl. Johannes Nepomuk, Glorie des Heiligen, in der Apsis Gottvater. Über dem Portal Kartusche mit Inschrift. Hochaltarbild Maria, Hll. Johannes Nepomuk und Johannes Ev. von S. B. Faistenberger 1732. Engel Franz Offer zugeschrieben. Barocke Stationsbilder. (Text: Dehio Tirol).
Volkskunde:
Die Bergkapelle scheidet das östliche Berg-Revier vom größeren westlichen Revier, das bis zur Reither Ache reichte. Die Kapelle wurde als Knappenkapelle erbaut, was ein Medaillon oberhalb der Eingangstür belegt.
Montanistisch/Bergbau:
In unmittelbarer Nähe der Knappenkapelle der ehemalige Hl.-Geist-Schacht, der im Jahr 1618 eine Tiefe von 886 m erreichte. Damit lag der Schacht 140 m unter Meeresspiegel. Der Schacht blieb bis 1872, also 254 Jahre lang, der tiefste Schacht Europas. (Text: H. Kuntscher 2006).
Hinweis: ausführliche Hintergrundinformationen zum
Bergbau am Rerobichl (Röhrerbühel) und in Tirol auf SAGEN.at.
Von Gerd Kohler freundlicherweise für SAGEN.at zur Verfügung gestellt.
© Gerd Kohler, Mai 2010