Der Beginenturm in Hannover.
Fotografiert im Oktober 2008
Beginen waren unabhängige, selbstständige Frauen im Mittelalter, die weder heiraten noch in ein Kloster eintreten wollten. Die Beginen-Bewegung entstand im Hochmittelalter aus der Suche nach spirituellen Formen des Lebens außerhalb von Klostermauern. Beginen lebten vorwiegend in den Städten, waren aber auch auf dem Land zu finden. Sie lebten zumeist in den sogenannten Beginenhöfen, eine Begine konnte aber auch alleine, zu zweit oder in ihrer Familie leben. Zu Beginn (ab dem 12.Jhdt) waren es Frauen aus dem Adel und dem städtischen Mittelstand, später schlossen sich Frauen und Mädchen aus allen Schichten der Bewegung an. Jede Frau konnte eine Begine werden.
Anders als katholische Nonnen mussten die Beginen keinerlei Gelübde (lebenslanges Gehorsams- und Keuschheitsgelübde) ablegen und konnten auch jederzeit ohne weitere Angaben von Gründen das Konvent wieder verlassen (was äußerst selten geschah). Auch die Möglichkeit sich zu bilden, dürfte für einige Frauen ebenfalls eine große Rolle gespielt zu haben.
Die Beginen unterstanden keinem Orden, keiner kirchlichen Hierarchie. Sie organisierten ihre Gemeinschaften selbst, wählten die Vorsteherinnen, arbeiteten und legten ihr Geld zusammen.
Ein Leben als Begine ermöglichte Frauen die sozial auferlegten Rollen, Ehe und Mutterschaft, zu verweigern. Es war vielleicht die einzige Möglichkeit, eine Leben in Selbständigkeit und wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu führen, somit stellte es für viele Frauen eine reale Alternative zu Ehe und Familie dar.
Mehr über Beginen:
http://www.frauenwissen.at/beginen.php