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Kategorie: Volkskunde-Lexikon
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Hausforschung Hausforschung

Hausforschung

 
Eingetragen von SAGEN.at, 31.10.2008 16:20 Uhr
Hausforschung. Hausforschung wurde und wird von der Volkskunde, Kunstgeschichte, Geographie, Vor- und Frühgeschichte und Architektur betrieben, ein eigenständiges universitäres Fach Hausforschung oder Baugeschichte ist bisher noch nicht vorhanden. Hausforschung unter modernen Gesichtspunkten setzt dabei in der Praxis "das Zusammenwirken unterschiedlicher Forschungsdisziplinen mit voneinander abweichenden Ansätzen" voraus, "das einzelne Haus bedarf der Untersuchung durch den Bauhistoriker, den wir nicht der Kunstgeschichte, der Volkskunde oder der Architektur zuordnen wollen. [...] Hinzu kommen die Fachgebiete der Archäologie, Geschichte, Sozialgeschichte, Geographie sowie Naturwissenschaften. Hier sind es neben der Geologie u.a. die Chemie (Materialanalysen), die Biologie (Paläo-Ethnobotanik) und als Sonderbereich die Dendrochronologie zur Datierung des Holzes. [...] Der Archäologie als Ergänzung zur 'oberirdischen' Hausforschung kommt [...] ein besonderes Gewicht zu" (Großmann 1986, 8 f.).

Hauskunde, wie sie im folgenden betrachtet wird, läßt sich als Teil der volkskundlichen Forschung auffassen, sie widmet sich den Gegenständen Haus und Hausinventar und den zugehörigen Tätigkeiten Bauen und Wohnen. Die volkskundliche Hausforschung ist vorwiegend historisch orientiert. Den Zielsetzungen dieses Faches gemäß befaßt sie sich mit dem privaten und profanen (in Abgrenzung zum sakralen und öffentlichen) Bauwesen, also dem Bauen und Wohnen breitester Schichten, der großen Masse der Bevölkerung.

Der Untersuchungszeitraum der volkskundlichen Hausforschung in Mitteleuropa ist bestimmt vom erhaltenen Baubestand. Die ältesten in Deutschland erhaltenen profanen Steinhäuser stammen nach derzeitigem Forschungsstand aus dem 12., Fachwerkhäuser aus dem 13. Jahrhundert.

Quelle: Joachim Friedrich Baumhauer, Hausforschung, in: Rolf W. Brednich, Grundriß der Volkskunde, Berlin 1994 (2), S. 97 - 98.

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